Was man von einem Falter lernen kann

Als ich noch in meiner alten Wohnung wohlte, bin ich einmal in den frühen Morgenstunden von einem stumpfen wiederkehrenden Geräusch geweckt worden, ähnlich wie Regentropfen auf der Scheibe, nur anders.

Es war ein Nachtfalter, der beharrlich einen Ausweg aus dem Zimmer gesucht hatte. Dabei stand das Dachfenster sperrangelweit offen.

Dummerweise versuchte der Falter immer nur nach oben zu entkommen, der einzige Weg, der ihm durch die Glasscheibe verbaut war.

Dies ging eine Weile so, bis der Falter (sei es aus Erschöpfung oder vielleicht doch durch eine geplante Kursänderung) etwas tiefer sank und dann problemlos entkommen konnte.

Mir geht es oft ganz ähnlich. Ich habe eine feste Überzeugung, wo der Ausweg liegen muss und versuche es wieder und wieder, auf diesem Weg zu einer Lösung zu kommen. Erst wenn ich eine komplett andere Richtung einschlage, die auf den ersten Blick vielleicht abwegig erscheint, habe ich Erfolg.

Und heute erkenne ich die Chance darin: ich muss nicht ständig auf alten Wegen bleiben. Ich muss nicht immer anstrengen und mehr anstrengen und kämpfen und noch mehr kämpfen. Ich darf Neues wagen, ausprobieren, neue Wege gehen und kreativ sein!

Und das fühlt sich wirklich gut an.

Meine Lieblingsfragen heute:

  •  Wo versuche ich wieder und wieder die selbe Strategie, um zu einer Lösung zu kommen?
  • Warum bin ich so felsenfest davon überzeugt, dass die Rettung kommen wird, wenn ich mich nur mehr anstrenge, auch wenn schon frühere Versuche keinen Erfolg gezeigt haben?
  • Welchen Weg könnte ich stattdessen versuchen, auch wenn er auf dem ersten Blick weniger erfolgversprechend erscheint?

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