(un)produktive Zeiten

Ich sitze auf dem Sofa und schaue hinaus. Das Meer, das ich von meinem Fenster aus sehen kann, ist eine schimmernde Fläche.

Eigentlich wollte ich heute fleißig sein, doch ich merke, wie ich Zeit vertrödele. Die ganze Woche war ich nicht besonders fleißig, obwohl ich Zeit dazu gehabt habe.

Wenn ich manchmal lese, wie andere Menschen die Zeit der Ausgangsbeschränkung nutzen, um durchzustarten, oder einmal richtig klar Schiff in ihrer Wohnung zu machen, bekomme ich fast schon ein schlechtes Gewissen.

Aber nur fast.

Ich erlaube mir diese Zeit. Es ist so viel um uns herum geschehen, in so kurzer Zeit wurden Maßnahmen eingeführt, um die Ausbreitung des Virus‘ zu verhindern. Die Welt hat sich so schnell gedreht und ich mit ihr. Kein Wunder also, dass meine Seele noch irgendwo ganz anders ist.

Und jetzt sitze ich hier und warte darauf, dass sie nachkommen kann.

Wenn es Ihnen ähnlich geht wie mir, verzweifeln Sie nicht an sich, sondern vertrauen Sie darauf, dass Sie instinktiv spüren, was Ihnen gerade gut tut. Treiben Sie sich nicht unnötig an, sondern lassen Sie sich von Ihrem Inneren führen. Denn tief in Ihnen spüren Sie, was Sie jetzt brauchen und was Sie ganz sicher gerade nicht brauchen können.

Irgendwann kommt dann wieder die Zeit, wo Sie, wo ich produktiver sein werden. Vielleicht sogar schon morgen. Aber jetzt ist erst einmal Seelen-Zeit.

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