5 Wege, wie Sie Ihre Ziele nicht erreichen

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Selbstsabotage fängt oft schon bei der Projektplanung an. Wenn Sie Ihr Vorhaben falsch aussuchen, dann werden Sie Ihre Ziele nicht erreichen. Und mit jedem Fehlschlag wird Ihr innerer Saboteur stärker. In diesem Artikel zeige ich Ihnen die häufigsten Fehler bei der Zielbestimmung und wie Sie dafür sorgen können, dass Sie Ihre Pläne auch tatsächlich erreichen.

Erinnern Sie sich noch an die guten Vorsätze, die Sie sich zu Beginn des neuen Jahres vorgenommen haben?

Wieviele davon haben Sie bislang umgesetzt?

Falls Sie nun etwas beschämt lächeln, dann kann ich Sie beruhigen: Sie sind damit nicht allein.

Nach drei Monaten hält sich nur noch etwa die Hälfte der Befragten an ihre Vorsätze, das ergab eine Forsa-Umfrage 2017.

Eine Verhaltensänderung ist schwer.

Das muss ich Ihnen nicht extra sagen. Das wissen Sie selbst.

Was Sie vielleicht aber nicht wissen ist, wie Sie sich schon ganz zu Beginn, nämlich bei der Festlegung Ihrer Ziele selbst behindern.

1. Sie setzen sich keine Ziele

„Ich setze mir keine Ziele mehr. Das funktioniert bei mir nicht.“

Die sicherste Methode, Ziele nicht zu erreichen ist, sich gar keine vorzunehmen. Eigentlich clever: so vermeiden Sie Misserfolge und sind nicht enttäuscht, wenn es nicht klappt.

Nur ist das leider zu kurz gedacht:

Wenn Sie sich keine Ziele setzen, können Sie diese auch nicht erreichen. Sie machen nicht die Erfahrung, dass Sie Dinge erfolgreich und nach Ihren Wünschen verändern können.

Natürlich werden sich auch ohne Vorsätze positive Veränderungen in Ihrem Leben ergeben.

Aber diese wirken sich nicht so sehr auf Ihr Selbstvertrauen aus. Sie werden die positive Entwicklung dann eher dem Zufall zuschreiben und sich nicht selbst dafür verantwortlich machen.

Ihr innerer Saboteur möchte Sie vor Misserfolgen bewahren.

Nur wenn Sie ihm zeigen, dass Sie in der Lage sind, Projekte zu planen und erfolgreich abzuschließen, wird er Sie in Ihren Vorhaben nicht behindern.

Daher ist es so wichtig, Ziele festzulegen und  zu erreichen.

„Und was ist, wenn es dann wieder nicht funktioniert? Dann habe ich auch nicht mehr Selbstvertrauen.“

Das ist richtig.

Ich kann Ihnen nicht versprechen, dass Sie Ihre Ziele erreichen, die Sie sich vornehmen. Aber ich kann Ihnen garantieren, dass Sie sie nicht erreichen, wenn Sie sich keine vornehmen.

Daher: Setzen Sie sich Ziele. Und wählen Sie diese mit Bedacht.

2. Sie formulieren das Ziel zu schwammig

„Ab morgen mache ich mehr Sport.“

Schön, dass Sie ein Ziel gewählt haben. Damit haben Sie Ihre Wahrscheinlichkeit, dass Sie dieses erreichen, schon etwas erhöht.

Leider hat die Sache einen Haken:

Denn wann genau wollen Sie Ihren Erfolg feiern?

Ihr Ziel, mehr Sport zu betreiben, haben Sie eigentlich schon erfüllt, wenn Sie nur 1 Kniebeuge zustzätzlich machen.

Aber das haben Sie nicht gemeint, oder?

Das Problem bei schwammigen Formulierungen ist, dass Sie keine klaren Vorstellungen davon bekommen, wann Sie Ihr Vorhaben als erfolgreich werten können. Mehr ist immer möglich.

Und so kann es sein, dass Sie zwar Fortschritte machen, aber nie am Ziel ankommen. Denn dieses kann sich immer weiter nach hinten verschieben.

Wenn Sie sich klare und messbare Ziele stecken, so haben Sie gleich zwei Vorteile:

Zum einen ist Ihnen dadurch deutlich bewusst, wie weit Sie auf Ihrem Weg schon gekommen sind und zum anderen wissen Sie genau, was Sie noch tun müssen, um endlich die Ziellinie überschreiten zu können.

Wenn Sie sich zum Beispiel vornehmen, 5km am Stück zu joggen, so machen Sie Ihr Ziel messbar.

Sie können Ihre Fortschritte besser erkennen und wissen genau, wieviel Ihnen noch zu Ihrem Erfolg fehlt.

Ihr innerer Saboteur braucht diese kleinen Fortschritte. Wenn er das Gefühl hat, dass Sie einfach nicht weitergkommen, wird er handeln, um Sie vor Misserfolgen zu schützen.

Zeigen Sie ihm, dass Sie zwar noch nicht am Ziel, aber auf dem Weg dorthin sind.

Daher: Je konkreter Sie Ihr Ziel festlegen und je klarer der Weg dorthin ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie dieses erreichen werden.

3. Sie nehmen sich zu große Ziele vor

„Im nächsten Jahr möchte ich Millionär werden.“

Ihr Ziel ist messbar, das ist schon mal gut. Sie können genau daraus ableiten, wieviel Ihnen noch zu der Million fehlt.

Falls Sie aber nicht schon ein großes Vermögen besitzen, ist es eher unwahrscheinlich, dass Sie das in einem Jahr erreichen werden.

Es sei denn, Sie gewinnen im Lotto.

Ein großes Ziel kann Sie motivieren. Wenn Sie aber ein unrealistisches Ziel gewählt haben, so werden Sie nicht erfolgreich sein.

Viele Menschen wählen zu hohe Ziele.

Zum einen, weil sie Ziele mit Wünschen verwechseln. Und wer hätte nicht gerne eine Million auf dem Konto?

Zum anderen aber auch, um sich eine Hintertür für den Misserfolg offen zu halten.

Es tut weh, ein kleines Ziel zu verpassen. Bei einem sehr großen Ziel kann man sich stattdessen sagen „Naja, es war ja auch ein ziemlich schweres Vorhaben. Andere hätten das auch nicht geschafft.“

Das stimmt.

Und es tröstet Sie etwas.

Ihren inneren Saboteur dagegen beruhigt das nicht.

Ihm ist es egal, wie hoch Ihr Ziel war. Er registriert nur, dass es wieder einen Misserfolg gegeben hat.

Ich möchte Ihnen nicht abraten, sich hohe Ziele zu stecken, sofern diese für Sie prinzipiell erreichbar sind.

Aber setzen Sie sich kleine Etappenziele, an denen Sie sich orientieren können. Auf dem Weg zur Million könnten Sie die ersten 20.000 Euro feiern, dann die ersten 100.000 Euro und so weiter.

So sammeln Sie viele kleine Erfolge und zeigen Ihrem Saboteur, dass Sie voran kommen.

Daher: Prüfen Sie  zunächst, ob Ihr Ziel für Sie realistisch ist. Große Ziele zerlegen Sie in kleine Zwischenetappen. Und ganz wichtig: Feiern Sie Ihre Erfolge!

4. Sie beginnen zu viele verschiedene Vorhaben

„Im neuen Jahr möchte ich 5kg abnehmen, den Keller entrümpeln, täglich 3 Stück Obst essen und auf der Arbeit keine Überstunden mehr machen.“

All diese Ziele sind konkret und realistisch. Und sie schließen sich auch nicht gegenseitig aus.

Das Problem ist vielmehr, dass Sie sich vermutlich verzetteln werden, weil Sie zu viele Ziele gewählt haben.

Wenn Sie Ihre Energie für mehrere Ziele einsetzen, so ist es, als würden Sie ein Fluss in mehrere Arme aufteilen.

Mit jeder Aufzweigung sinken der Wasserdruck und die Strömungsgeschwindigkeit, bis das Wasser vielleicht sogar ganz versickert.

Ich gebe zu, auch ich neige dazu, mir zu viele Ziele auf einmal vorzunehmen.

Ich liebe neue Ziele und übertreibe es dann auch gerne.

Und jedes Mal geschieht das Gleiche: Ich bin nicht fokussiert, arbeite mal an dem einen, mal an dem anderen Vorhaben. Mit der Zeit schlafen dann die Projekte ein, da keines so richtig voran kommt.

Wenn Ihr Saboteur Sie behindern möchte, so ist eine seiner Lieblingsstrategien die, Sie von Ihrem Vorhaben abzulenken.

Er wird Ihnen einflüstern, dass Sie sich erst um etwas anderes kümmern sollten.

Und je mehr Zeit verstreicht, desto mehr wahrscheinlicher wird Ihr Projekt in Vergessenheit geraten.

Machen Sie es daher anders und setzen Sie klare Prioritäten.

Am besten ist es, nur ein einziges Vorhaben zu starten. Falls Sie aus bestimmten Gründen mehrere Ziele gleichzeitig erreichen wollen oder müssen so sollten Sie zumindest priorisieren, welches Ziel das Hauptziel ist, und welche eher nebenbei laufen sollten.

So vermeiden Sie es, sich zu verzetteln.

Daher: Nehmen Sie sich nicht zu viele verschiedene Vorhaben auf einmal vor. Sonst erreichen Sie keines davon.

5. Sie währen Ihre Ziele unüberlegt aus

„Im nächsten Jahr möchte ich mich mehr über Politik informieren und täglich die Nachrichten schauen.“

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Sie sich etwas vornehmen?

Ist es wirklich Ihr inneres Bestreben, mehr über das Weltgeschehen zu wissen, oder interessiert Sie das eigentlich gar nicht und Sie wollen sich im Gespräch mit anderen bloß nicht blamieren?

Um ein Vorhaben zu verändern, brauchen Sie Beharrlichkeit und Energie.

Je klarer das Ziel Ihren inneren Wünschen und Bedürfnissen entspricht, desto wahrscheinlicher werden Sie an Ihrem Vorhaben dranbleiben.

Denn Sie können sich immer wieder ausmalen, wie schön es sein wird, wenn Sie Ihre Träume verwirklicht haben.

Anders  dagegen ist es, wenn Sie fremdmotiviert Ihr Verhalten verändern wollen.

Sie nehmen sich zum Beispiel vor, einmal pro Woche Ihre Wohnung blitzblank zu putzen, obwohl Sie selbst mit ein bisschen Unordnung gut leben können. Aber wollen damit vermeiden, dass Ihre Schwiegermutter eine schlechte Meinung von Ihnen bekommt. 

Oder Sie beginnen, sich zu schminken, obwohl Ihnen Ihr Äußeres gar nicht so wichtig ist.

In diesen Fällen wird Ihre Motivation vermutlich nicht ausreichen, Ihr Verhalten zu verändern.

Denn es geht Ihnen auch mit dem Ist-Zustand gut genug.

Es kann außerdem sein, dass bestimmte Ziele überhaupt nicht zu Ihrem eigentlichen Lebensplan passen. Dann wird Ihr Saboeur umso vehementer dafür sorgen, dass Sie mit Ihrem Vorhaben nicht voran kommen.

Prüfen Sie daher gut, aus welcher Motivation heraus Sie Ihr Ziel gewählt haben.

Welche Sehnsüchte oder Bedürfnisse stecken dahinter?

Ist es tatsächlich Ihr eigener Wunsch oder spielen äußere Faktoren (zum Beispiel die Erwartungen von anderen) eine Rolle?

Passt das Ziel auch zu Ihnen und Ihrer Persönlichkeit?

Nur dann, wenn Sie genau wissen, wozu Sie all die Anstrengung auf sich nehmen, werden Sie auch dann weitermachen, wenn es einmal nicht so einfach läuft.

Daher: Prüfen Sie gut, welcher Wunsch hinter Ihrem Ziel steckt.

Sie haben nun die wichtigsten Stolperfallen bei der Zielsetzung kennen gelernt und können diese nun vermeiden.

Ich wünsche Ihnen, dass Ihre nächsten Ziele für Sie stimmig, klar, konkret und realistisch werden.

Und wenn Sie sie erreicht haben, lassen Sie es mich gerne wissen!

Weiterführende Links:

Warum es so gefährlich ist, am eigenen Erfolg zu zweifeln

Welche Methoden Ihr innerer Saboteur anwendet

Die eigene Motivation klären

Checkliste zur Lebensplanung

Warum ist mein innerer Saboteur aktiv?


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Die Autorin:

Michaela Muthig ist Ärztin und Psychotherapeutin und hat sich auf Selbstsabotage spezialisiert. Mit Ihrem eigenen Saboteur hat sie Frieden geschlossen und erfüllt sich nun ihren Lebenstraum.

Im Mai 2019 erscheint ihr erstes Buch „Der kleine Saboteur in uns.“