Warum Selbstsabotage zu Depressionen führen kann

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Menschen, die ständig Misserfolge erleben, können depressiv werden. Sie erfahren in diesem Beitrag mehr über Depressionen, wie Sie diese erkennen und was Sie dagegen tun können. Und natürlich auch, was Ihr innerer Saboteur damit zu tun hat.

Nicht jeder, der sich selbst sabotiert wird automatisch depressiv. Und nicht jeder, der unter einer Depression leidet, hat zwingend einen inneren Saboteur, der ihm das Leben schwer macht.

Depressive Erkrankungen sind in ihrer Entstehung sehr vielschichtig. Sie kann viele Ursachen haben, Selbstsabotage ist eine davon.

Da Depressionen häufig sind und schwerwiegende Auswirkungen haben können, möchte ich Ihnen mehr Informationen über dieses Krankheitsbild geben.

Sie erfahren, wie sich Selbstsabotage auf das psychische Wohlbefinden auswirken kann, wie Sie Depressionen erkennen und was Sie dagegen tun können.

Wenn ständiger Misserfolg uns zu Boden drückt

Der innere Saboteur möchte unseren Selbstwert schützen und dafür sorgen, dass wir psychisch stabil bleiben. Doch oft erreicht er genau das Gegenteil.

Wenn wir immer wieder an unseren Vorhaben scheitern, immer wieder mit Misserfolgen konfrontiert werden, sinkt langfristig unser Selbstvertrauen. Wir denken immer negativer über uns, schätzen unsere Fähigkeiten und Kompetenzen immer schlechter ein und trauen uns weniger zu.

Dies hat zur Folge, dass wir uns eher zurückziehen, negative Vergleiche zu anderen anstellen, mit uns selbst immer kritischer werden und in Folge einer selbsterfüllenden Prophezeiung tatsächlich auch weniger zustande bringen.

Wir befinden uns dann in einer Negativspirale.

Leistung wird immer wichtiger, da wir denken, durch einen richtig großen Erfolg endlich wieder mehr Selbstvertrauen zu entwickeln.

Aber der richtig große Erfolg bleibt aus, da wir ihn uns nicht mehr zutrauen. Die Kluft zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft immer mehr auseinander. Wir ziehen uns immer weiter zurück und bekommen dadurch auch von anderen weniger Anerkennung oder Zuwendung.

Alles ist nur noch zäh und anstrengend.

Depressionen sind häufig

Falls Sie an einer Depression leiden, so befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Depressionen können jeden treffen, vom vielbeschäftigten und erfolgreichen Manager bis hin zur alleinerziehenden Mutter.

Man schätzt, dass 5-10% der Bevölkerung betroffen sind.

Leider schämen sich viele für ihre Depression und versuchen, diese geheim zu halten.

Dies führt dazu, dass sich die Betroffenen immer noch wie Exoten und unnormal fühlen. Dabei ist dies gar nicht der Fall.

So erkennen Sie depressive Erkrankungen

Eine depressive Störung ist sehr wahrscheinlich, wenn von den folgenden drei Punkten mindestens zwei zutreffen:

1. Stimmungsveränderungen:

Die meisten Menschen glauben, dass man bei einer Depression sehr traurig ist, aber das ist nicht zwingend so.

Manchmal fühlt man sich einfach völlig emotionslos, so als wäre man innerlich abgestumpft und „gefühlstaub“.

Darüber hinaus können auch Niedergeschlagenheit, Verzweiflung oder Mutlosigkeit vorliegen.

2. Antriebsveränderungen:

Wenn Sie unter einer Depression leiden, fühlen Sie sich in der Regel sehr erschöpft. Alles ist zäh und Sie können sich zu nichts aufraffen.

Der Grund ist, dass bei Depressionen der Antrieb gestört ist.

Oft ist er reduziert, aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Menschen mit einer so genannten agitierten Depression leiden unter innerer Unruhe und müssen sich ständig bewegen, fast so, als wären sie auf der Flucht vor sich selbst.

3. Interesse- und Freudlosigkeit:

Bei einer Depression macht vieles nicht mehr so viel Freude wie sonst, auch das Interesse geht stark zurück.

Es ist so, als hätten Sie den Anschluss an die Welt verloren und das Leben rauscht vorbei, während Sie einfach nur zuschauen.

Vieles ist gleichgültig geworden.

In dieser Phase ziehen sich depressive Menschen oft zurück.

Dies ist jedoch fatal, denn so können sie immer weniger schöne Erlebnisse und Begegnungen haben und rutschen noch weiter in die Depression hinein.

Weitere Beschwerden:

Ob eine Depression leicht oder schwer ist, hängt nicht so sehr davon ab, wie schlecht die Stimmung ist, sondern vielmehr davon, was sie sonst noch an Leid verursacht.

Neben den drei oben genannten Hauptbeschwerden leiden Menschen mit Depressionen auch oft unter Zukunftsängsten, Versagensängsten, Schuldgefühlen, Appetitlosigkeit, Gedankenkreisen und Schlafstörungen.

Je mehr davon auf Sie zutrifft, desto schwergradiger ist Ihre Depression.

Auch lebensmüde Gedanken kommen bei Depressionen häufig vor. Solche Gedanken sind ein sicheres Zeichen dafür, dass Ihnen eine Perspektive fehlt.

Sich in dieser Phase selbst aus dem Sumpf der Depression zu ziehen ist sehr schwer.

Ab wann spricht man von einer Depression?

Wir alle kennen depressive Phasen, in denen wir lustlos und erschöpft sind.

Handelt es sich nur um wenige Tage, so besteht noch kein Grund zur Beunruhigung.

Erst, wenn Stimmungsveränderung, Antriebsstörung und Freudlosigkeit länger als 2 Wochen dauern, spricht man von einer depressiven Phase.

Was können Sie tun, wenn Sie unter einer Depression leiden?

Zunächst keine Panik: Depressionen sind gut erforscht und es gibt viele verschiedene Ansatzmöglichkeiten, um sie zu heilen.

Suchen Sie sich vor allem Hilfe.

Viele Menschen schämen sich für ihre Depression und versuchen ganz alleine, damit zurecht zu kommen.

Dies ist aber sehr schwer.

Wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder an eine psychologische Beratungsstelle, um dort Unterstützung zu bekommen. Psychotherapie und Medikamente wirken gut gegen Depressionen.

Was Sie sonst noch tun können:

Holen Sie sich Unterstützung durch Freunde:

Auch wenn Ihnen in depressiven Phasen überhaupt nicht danach zumute ist, sollten Sie sich dennoch mit anderen treffen. Dies wird Ihnen helfen, schneller aus der Depression wieder herauszufinden.

Informieren Sie Ihre Freunde und bitten diese um Hilfe.

Je mehr Sie unter Menschen gehen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, Zuwendung, Respekt und Wertschätzung zu erfahren.

Bewegen Sie sich viel an der frischen Luft:

Versuchen Sie, sich mehrmals die Woche an der frischen Luft zu bewegen.  Auch wenn Sie unter einer Antriebsstörung leiden und sich erst einmal dazu überwinden müssen.

Es lohnt sich.

Sportliche Betätigung, Sonnenlicht und Natur können die Stimmung deutlich verbessern.

Sammeln Sie kleine Erfolge:

Beginnen Sie ein Tagebuch, in dem Sie jeden Tag mindestens drei positive Dinge aufschreiben. Dabei kann es sich um schöne Erlebnisse, nette Begegnungen, wichtige Erkenntnisse, besondere Geschenke oder um Erfolge handeln.

Wenn Sie ein solches Tagebuch führen, lernen Sie ganz langsam wieder, auch das Erfreuliche in Ihrem Leben zu sehen.

Ähnlich, wie wenn Sie weiße Farbe in einen Eimer mit schwarzer Farbe tropfen, so erkennen Sie vielleicht am Anfang noch keine Auswirkungen auf Ihr Leben. Je mehr Sie aber hinzufügen, desto mehr wird das Schwarz heller und Ihre Wahrnehmung ändert sich hin zum Positiven.

Tun Sie sich etwas Gutes:

In depressiven Phasen sind Sie der Überzeugung, dass Sie es eigentlich gar nicht verdient haben, sich zu verwöhnen.

Tun Sie es trotzdem, selbst wenn Sie erst einmal keine Freude dabei empfinden.

Pflegen Sie sich, verwenden Sie Farben, Licht oder aromatische Öle. Nehmen Sie ein Wannenbad oder gönnen Sie sich ein gutes Essen.

Je nachsichtiger und fürsorglicher Sie mit sich selbst umgehen, desto mehr Effekt hat dies auf Ihre Stimmung.

Und natürlich ist es wichtig, das Übel bei der Wurzel zu packen. Finden Sie heraus, warum Sie sich selbst sabotieren  und machen Sie Ihren inneren Saboteur zu Ihrem Verbündeten. Mein Kurs „Hallo, Saboteur!“ zeigt Ihnen, wie Sie Selbstsabotage erkennen können, wie Sie herausfinden, warum Sie selbst sich behindern und wie Sie ganz andere Lösungen finden können.

Die wichtigsten Informationen zur Depression nochmal im Überblick


Weiterführende Links

Wie Sie wirklich aus der Selbstsabotage aussteigen können

Was hat mein Selbstwert mit Selbstsabotage zu tun?

Wie sich Selbstsabotage auf Ihre Beziehungen auswirkt

4 Basics, die Sie über Selbstsabotage wissen sollten

Wenn Selbstsabotage krank macht


 

Die Autorin:

Michaela Muthig ist Ärztin und Psychotherapeutin und hat sich auf Selbstsabotage spezialisiert. Mit Ihrem eigenen Saboteur hat sie Frieden geschlossen und erfüllt sich nun ihren Lebenstraum.

Im Mai 2019 erscheint ihr erstes Buch „Der kleine Saboteur in uns“.

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