Wenn der innere Saboteur denkt, dass Sie im falschen Film sind

Manchmal schlägt der Saboteur zu, obwohl Sie eigentlich zufrieden sein könnten mit Ihrem Leben. Eigentlich! Denn in Wirklichkeit leben Sie vielleicht an Ihren inneren Bedürfnissen vorbei. Warum das so ist und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Kino. Der Saal ist dunkel, nur selten ist ein Geraschel oder ein Knuspern aus dem Publikum zu hören. Sie lümmeln sich im bequemen Sessel und genießen den Film.

Die Hauptdarstellerin hat sich gerade Hals über Kopf in einen sympathischen und gutaussehenden Mann verliebt, der Himmel hängt voller Geigen. 

Und doch deuten die Musik und die Kameraführung schon an, dass etwas nicht zu stimmen scheint. Sie sind sich sicher, dieser Mann hat Dreck am Stecken. Die Anzeichen dafür häufen sich immer mehr, es gibt zunehmende Ungereimtheiten.

Gebannt verfolgen Sie den Film und würden am liebsten der Hauptdarstellerin zurufen: „Tu es nicht!“. Doch alles was Ihnen bleibt ist, sich in Ihrem Sessel zu verkriechen und mit Popcorn zu beruhigen.“

Film aus, Realität an

So wie Sie sich manchmal im Kino fühlen, so ergeht es auch Ihrem inneren Saboteur. Er ist ein Teil Ihrer Persönlichkeit und bekommt natürlich alles mit, was Sie tun.

Und manchmal denkt er, dass Sie gerade im falschen Film unterwegs sind.

Sie treffen Entscheidungen, von denen der Saboteur überzeugt ist, dass diese Aufgabe, dieser Partner oder dieser Weg Sie unglücklich machen wird.

Und im Gegensatz zu einem Kinobesucher hat der Saboteur ganz andere Möglichkeiten. Er greift direkt in den Film ein und versucht, Sie zu erretten, indem er z.B. die Beziehung sabotiert oder an Ihrer Karriereleiter sägt.

Und er ist überzeugt: „Ich habe meinen Menschen vor dem sicheren Untergang gerettet.“

Nur sehen Sie das vielleicht anders.

Berechtigte Gründe für Selbstsabotage

Zu einer Selbstsabotage kommt es vor allem dann, wenn Sie Gefahr laufen, falsche Lebensentscheidungen zu treffen. 

Da der innere Saboteur im Unterbewusstsein sitzt und somit auch unsere geheimen Wünsche und unterdrückten Bedürfnisse kennt, ist es gar nicht so abwegig, dass er schon sehr früh Abweichungen von einem glücklichen Lebensentwurf erkennen kann.

Deutlich früher, als wir das könnten, da wir uns oft von rationalen Überlegungen oder emotionalen Verpflichtungen leiten lassen.

Folgende Situationen könnten zum Beispiel zu einem unglücklichen Lebensweg führen:

Familiäre Verpflichtungen:

Sie studieren Medizin, um die Arztpraxis Ihres Vaters zu übernehmen, dabei ist es Ihr geheimer Lebenstraum, einmal ein erfolgreicher Musiker zu sein

Moralische Verpflichtungen:

Sie planen gerade die Hochzeit mit Ihrem langjährigen Partner und versuchen dabei zu verdrängen, dass Sie sich eigentlich in dessen besten Freund verguckt haben

Rationale Gründe:

Alles spricht dafür, dass Sie die neue berufliche Herausforderung annehmen. Sie könnten viel Geld verdienen und bedeutend werden. Dabei vernachlässigen Sie aber, dass Sie ein ganz anderer Persönlichkeitstyp sind, und dass solch ein Leben Sie langfristig nicht glücklich machen würde.

Also ist es gut, wenn Ihr innerer Saboteur eingreift und solche Fehlentscheidungen nicht zulässt?

Ja, in einigen Fällen schon.

Aber er kann sich auch irren!

Der innere Saboteur hält zu oft an kindlichen Überzeugungen fest

Leider ist Ihr Saboteur nicht immer ein guter Ratgeber.

Viel zu oft hängt er noch in der Kindheit fest und denkt, dass die Vorsätze, die Sie als Kind gefasst haben, noch immer Gültigkeit haben.

Und so kann es passieren, dass Ihr Saboteur mehr Schaden anrichtet, als dass er nützlich war. 

Ist er beispielsweise davon überzeugt, dass Sie nur glücklich werden, wenn Sie bis ins hohe Alter bei Ihrer Mutter bleiben, so wie Sie es ihr einmal als Kind versprochen hatten, wird Ihr Saboteur alles verhindern, was diesen Lebensentwurf gefährden könnte:

Er unterbindet alle Karriereschritte, die Sie in die weite Welt hinausführen könnten, alle ernsthaften Beziehungen, die zu einer Ablösung vom Elternhaus führen könnten und alle Unternehmungen, die Ihren Drang nach Freiheit und Selbstverwirklichung verstärken könnten.

Und während Sie noch als Dreißigjähriger zuhause sitzen und sich fragen, warum Sie nicht einmal die leichtesten Dinge geregelt bekommen, triumphiert Ihr Saboteur: Der beschauliche Lebensabend gemeinsam mit Ihrer Mutter auf der Bank vor dem Haus ist bereits zum Greifen nah.

Filmcheck

Was können Sie nun also tun?

Als erstes rate ich Ihnen, genau hinzuschauen, ob Sie auch wirklich mit Ihrem jetzigen Lebensentwurf glücklich werden.

Dazu finden Sie unter den Links Fragen zur Selbstreflexion und Techniken, um Ihre Motivation zu prüfen. So können Sie herausfinden, ob Sie vielleicht Gefahr laufen, im falschen Lebensfilm zu landen.

Sollten Sie dabei erkennen, dass die Zukunft doch nicht so rosig aussieht und die ersten Geigen schon vom Himmel fallen, so überdenken Sie Ihre Entscheidungen besser noch einmal.

Sollten Sie jedoch feststellen, dass Ihr innerer Saboteur noch an kindlichen Überzeugungen festhält, so empfehle ich Ihnen meinen Kurs „Regisseur im Kopf“, um Ihre inneren Blockaden aufzulösen.

Nun wünsche ich Ihnen erst einmal viele neue Erkenntnisse.

Und denken Sie an mich, wenn Sie demnächst mal wieder im Kino sitzen!


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Die Autorin:

Michaela Muthig ist Ärztin und Psychotherapeutin und hat sich auf Selbstsabotage spezialisiert. Mit Ihrem eigenen Saboteur hat sie Frieden geschlossen und erfüllt sich nun ihren Lebenstraum.

Im Mai 2019 erscheint ihr erstes Buch „Der kleine Saboteur in uns.“

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