Warum es so gefährlich ist, am eigenen Erfolg zu zweifeln

Kein Wunder, dass Sie mit jedem Misserfolg mehr an sich zweifeln. Und damit befinden Sie sich in einem Teufelskreis. Denn Ihr Saboteur schlägt vor allem dann zu, wenn er Sie vor weiteren Fehlschlägen schützen möchte. Was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

 

 

Schon Albert Einstein wusste: Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. 

Dieser Auffassung ist auch der innere Saboteur.

Wenn Sie bereits einmal einen Misserfolg erzielt haben, so ist Ihr Saboteur hellwach, wenn Sie noch einmal ein ähnliches Projekt oder gar dasselbe in Angriff nehmen.

Angenommen, Sie haben bereits einmal eine wichtige Prüfung vermasselt. Dies kann passieren und hat in der Regel keine besondere Auswirkung. Sie holen die Prüfung nach und setzen Ihre Ausbildung fort.

Wenn jedoch Ihr Saboteur der Überzeugung ist, dass Sie nicht das Zeug für eine solche Ausbildung haben, dann wird er alles daran setzen, ein weiteres Scheitern zu verhindern.

Denn durch einen erneuten Misserfolg könnte Ihr Selbstwert gefährdet sein. Und das will ihr Saboteur unbedingt verhindern.

In der Meinung, dass Sie sich nach einer weiteren gescheiterten Prüfung noch schlechter fühlen werden, sorgt er dafür, dass Sie zu einer weiteren Prüfung gar nicht mehr zugelassen werden.

 

Sie haben das Problem nicht, weil Sie bis jetzt jede Prüfung geschafft haben? Warten Sie mal ab und lesen Sie weiter. Vielleicht kommt Ihnen ja einer der folgenden Situationen bekannt vor.

4 Situationen, die oft zu Selbstsabotage führen:

1) Sie sind bereits mehrfach durch eine Prüfung gefallen, nun haben Sie nur noch eine Chance, die Prüfung zu bestehen.

2) Sie würden sich gerne selbständig machen oder beruflich umorientieren, aber die ersten Erfahrungen waren nicht besonders ermutigend.

3) Mit Ihrem ersten Projekt haben Sie eine grandiose Bauchlandung hingelegt. Eigentlich würden Sie es gerne noch einmal probieren, aber die Gefahr ist groß, dass Sie wieder scheitern.

4) Sie haben ein bestimmtes Ziel vor Augen. An die Umsetzung haben Sie sich aber noch nicht richtig gewagt. Jedes Aufschieben zählt in den Augen des Saboteurs als kleiner Misserfolg. Je länger Sie ein Projekt schon vor sich herschieben, desto geringer bewertet er die Erfolgschancen.

In all diesen Fällen möchte Ihr Saboteur Sie vor einem weiteren Misserfolg bewahren.

Es kann sein, dass er damit Recht hat und Sie wirklich nicht das Zeug dazu haben, solch ein Vorhaben zu verwirklichen.

Es kann auch sein, dass Ihr Saboteur Ihre Fähigkeiten komplett falsch einschätzt.

Denn leider ist Ihr kleiner Saboteur ein ziemlicher Schwarzseher. Er wittert oft Gefahr, wo es vielleicht gar nicht nötig ist.

Wenn der Saboteur sich irrt

Misserfolge gehören zum Leben dazu und nicht selten gibt es dafür bestimmte Gründe.

Vielleicht konnten Sie sich nicht so sehr auf das Lernen konzentrieren, weil gerade Ihre Beziehung auf der Kippe stand. Oder Sie haben eine wichtige Präsentation deswegen vermasselt, weil Sie kurz davor schwer erkrankt waren und sich daher nicht gut vorbereiten konnten.

Ist Ihnen und dem Saboteur dieser Zusammenhang zwischen äußeren Umständen und dem Scheitern klar, so haben Sie eine gute Chance, Ihr Ziel im zweiten Anlauf noch zu erreichen.

Anders dagegen ist es, wenn Sie, beziehungsweise Ihr innerer Saboteur, der Überzeugung sind, dass es alleine an Ihrer (Un-)Fähigkeit gelegen hat. 

In diesem Fall laufen Sie Gefahr, sich im nächsten Anlauf zu sabotieren.

Das Tragische dabei ist, dass Ihr Saboteur Ihnen etwas Gutes tun möchte und dafür sorgen möchte, dass Sie nicht noch einmal diese Blamage erleben. In Wirklichkeit aber trägt vor allem er dazu bei, dass Sie wieder und wieder scheitern.

Und mit jedem neuen Misserfolg sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Ihr Ziel erreichen werden.

Nicht, weil Sie dazu nicht fähig sind. Sondern weil Sie nicht mehr an Ihre Fähigkeiten glauben.

Und wie durch eine selbsterfüllende Prophezeiung befinden Sie sich dann in einem richtigen Teufelskreis, aus dem Sie kaum mehr aussteigen können.

Was können Sie in diesem Fall tun?

Natürlich wäre es eine Option, die Ausbildung, das Projekt oder die berufliche Neuorientierung abzuschreiben. Das wäre jedoch schade, da es sich dabei ja meist um einen Herzenswunsch handelt.

Zum Glück gibt es auch andere Möglichkeiten.

Machen Sie sich zunächst bewusst, welche Faktoren bei Ihrem ersten Versuch dazu geführt hatten, dass Sie keinen Erfolg gehabt hatten. Welche äußeren Umstände hatten dazu beigetragen? Bestehen diese Umstände noch?

Dort, wo es Ihnen möglich ist, versuchen Sie Ihre Ausgangssituation zu verändern. Holen Sie sich z.B. Unterstützung bei einem Coach oder einem Psychotherapeuten. Sorgen Sie für eine bessere Ausgangssituation, indem Sie z.B. Aufgaben delegieren und Ihre finanzielle Situation verbessern.

Beseitigen Sie möglichst viele der Faktoren, die mit zu dem Scheitern beigetragen hatten.

Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Kompetenzen für Ihr Vorhaben ausreichen. Da Ihre eigene Urteilsfähigkeit durch die mehrfachen Fehlversuche bereits beeinträchtigt sein könnte, fragen Sie gerne auch andere um deren Einschätzung.

Schreiben Sie Ihre Fähigkeiten und Stärken auf, um dann zu entscheiden, ob ein weiterer Versuch sinnvoll sein könnte.

Lösen Sie innere Blockaden. Vorangegangene Misserfolge haben sich förmlich in Ihren Kopf eingebrannt und kommen immer wieder in Form von Versagensängsten zum Vorschein. Gehen Sie diese negativen Erinnerungen gezielt an und schreiben Sie diese um. Wie das geht, erfahren Sie in meinem Kurs „Regisseur im Kopf“.

Damit erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Saboteur Sie beim nächsten Versuch nicht gleich attackieren wird.

 

Und hier noch einmal die wichtigsten Fakten im Überblick

 

Noch mehr Material dazu:

Möchten Sie herausfinden, wie Ihr Saboteur die Erfolgswahrscheinlichkeit Ihres Vorhabens einschätzt, so machen Sie den kostenlosen Projektcheck.

 

 

Außerdem finden Sie unter den folgenden Links noch Checklisten und Fragebögen, um herauszufinden, ob es auch in Ihnen einen Erfolgssaboteur gibt.

Ich wünsche Ihnen dabei viel Spaß und viele neue Erkenntnisse!

 

Selbsttest: Habe ich einen Erfolgsverhinderer in mir?

Selbsttest: Welche Strategien wendet mein Erfolgssaboteur an?

 


 

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Die Autorin:

Michaela Muthig ist Ärztin und Psychotherapeutin und hat sich auf Selbstsabotage spezialisiert. Mit Ihrem eigenen Saboteur hat sie Frieden geschlossen und erfüllt sich nun ihren Lebenstraum.

Im Mai 2019 erscheint ihr erstes Buch „Der kleine Saboteur in uns“.

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