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Manchmal reagieren wir in bestimmten Situationen unangemessen. Dahinter stecken oft Erlebnisse aus der Kindheit, die uns geprägt haben. 

Gerade jetzt in Zeiten von Corona wird das ganz deutlich. Ganz viele Ängste sind plötzlich da: Wir haben Angst, irgendwann keine Lebensmittel mehr zu bekommen (oder kein Klopapier 😉 ), wir fühlen uns eingesperrt. Und manchmal sind wir auch einfach wütend darüber, dass gerade andere über uns bestimmen und wir uns anpassen müssen. 

Kennen Sie solche Gefühle vielleicht von früher? Denn es sind meist Ängste, die wir als Kinder hatten.

Damals waren wir abhängig von unseren Eltern und anderen Erwachsenen. Wir konnten nur teilweise mitentscheiden, wo wir uns aufhalten und was wir tun. Wir waren noch zu klein, um uns selbst versorgen zu können, und zudem auch noch auf die Gunst unserer Familie angewiesen.

Mittlerweile sind wir erwachsen und haben viel mehr Fähigkeiten und auch Möglichkeiten als damals. Aber wenn wir uns in belastenden Situationen befinden, wie zum Beispiel jetzt gerade, fühlen wir uns trotzdem wieder wie das kleine Kind, das wir einmal waren.

Wir werden sozusagen in die Vergangenheit zurückgebeamt und haben keinen Zugriff mehr auf unsere Kompetenzen.

Doch nicht immer muss es gleich eine Extremsituation wie die Coronakrise sein, die uns in alte Kindheitsbelastungen zurückversetzt. Die Schatten der Vergangenheit können auch in ganz normalen Alltagssituationen zum Vorschein kommen.

Innerhalb von Sekunden vom starken Mann zum kleinen Kind

Karl ist ein gestandener Kerl, dem die Menschen mit Respekt begegnen. Groß, kräftig, redegewandt und kompetent, lässt er sich so leicht nichts vormachen. Seinen Beruf beherrscht er in- und auswendig. Sobald er aber ein Gespräch mit seinem Chef hat, wird er zu einem Nervenbündel. Er bekommt kaum einen Ton heraus, kann nicht für sich Position beziehen und ärgert sich jedes Mal im Nachhinein, warum es ihm auch diesmal nicht möglich war, seine Argumente und Ideen vorzubringen.

Was steckt dahinter? Ein ganz altes Trauma. Karl hatte einen cholerischen Vater. Als Kind musste er ständig auf der Hut sein, um keinen Wutausbruch auszulösen. Der Vater wollte immer Recht behalten. Wenn Karl es gewagt hatte, zu widersprechen, konnte es sein, dass der Vater laut wurde oder mit Gegenständen warf. Einmal hatte er sogar Mobiliar zertrümmert.

Dies hatte sich eingebrannt. Immer wenn Karl in eine Situation kam, die ihn an damals erinnerte, reagierte er wie das Kind von früher, verschreckt und in Erwartung eines weiteren Wutausbruchs.

Mittlerweile ist aus dem Jungen ein erwachsener Mann geworden. Karl ist mittlerweile 35 Jahre alt und sehr kräftig. Mit Leichtigkeit könnte er heute seinen Vater gegenübertreten und in die Schranken weisen. Aber er muss erst lernen, dass er kein kleines Kind mehr ist, sondern stark genug, um sich selbst aus der Fußfessel der Vergangenheit zu lösen.

Altlasten aus der Kindheit

Und wie ist das bei Ihnen?

Gibt es da nicht auch ab und zu eine Situationen, in denen Sie sich selbst überhaupt nicht mehr verstehen?

Das ist kein Wunder, denn wir alle schleppen Altlasten aus der Vergangenheit mit uns herum. Oft ist dieser Seelenmüll jedoch so gut in unserem Unterbewusstsein verborgen, dass wir ihn gar nicht wahrnehmen. Wir bemerken nur die Auswirkungen und können uns nicht erklären, warum wir gerade so überzogen reagiert haben. 

Um den Seelenmüll entsorgen zu können, müssen wir ihn aber erst einmal aus unserem Unterbewusstsein ausgraben.

Brücke in die Vergangenheit

In der Psychotherapie gibt es dazu eine gute Methode, die sogenannte Affektbrücke.

Diese Technik wird vor allem in der Schematherapie und der Traumatherapie angewandt. Unter Anleitung seines Therapeuten ruft sich der Patient eine Situation in Erinnerung, in der er emotional nicht angemessen reagiert hatte. Dann geht er in seinen Erinnerungen immer weiter zurück und versucht herauszufinden, woher diese Reaktion kommt. Im Rahmen einer Imaginationsübung führt er sich verschiedene Situationen von früher vor Augen, in denen er sich ganz ähnlich gefühlt hat. Oft stoßen Patient und Therapeut dann auf belastende Erlebnisse aus der Kindheit, die dann in der Therapie bearbeitet werden können.

Ich spreche die Imaginationsübung zur Affektbrücke hier bewusst nicht auf, da weder Sie noch ich wissen, welche Erinnerungen hochkommen. Ich rate deutlich davon ab, diese Büchse der Pandora allein und unvorbereitet öffnen zu wollen.

Tun Sie das nur in Begleitung mit einem erfahrenen Therapeuten oder nach guter Vorbereitung.

Was können Sie also nun tun

Zunächst einmal ist es wichtig, nicht an sich selbst zu verzweifeln. Wenn Sie in manchen Situationen komisch reagieren und sich selbst nicht erklären können, warum Sie sich so unvernünftig verhalten haben, dann haben Sie nun eine Erklärung dafür. Vermutlich sind Sie mal wieder auf ein Fass Seelenmüll gestoßen.

In vielen Fällen reicht es aus, das zu wissen und sich bewusst zu machen, dass sie nicht mehr das kleine Kind von damals sind. Sie haben mittlerweile viel mehr Fähigkeiten und auch Wissen, um die Situation zu meistern.

Wenn Sie immer wieder erleben, zu was Sie als Erwachsener fähig sind, können Sie die kindlichen Gefühle nach und nach durch diese positiven Erfahrungen ersetzen. Unterstützung finden Sie auch bei mir. Ich biete ein Kurzcoaching an, mit dessen Hilfe Sie in wenigen Sitzungen negative Prägungen aufspüren und auflösen können.

Denn Sie müssen nicht Ihr Leben lang Ihre Vergangenheit wie eine Fußfessel mit sich herumschleppen. Sie dürfen Sie auch hinter sich lassen und frei und unbeschwert leben.


Aber Vorsicht: Wenn es in Ihrer Vergangenheit traumatisierende Erlebnisse gegeben hat, kann es sein, dass ein Coaching über Video nicht ausreichend ist. Holen Sie sich dann besser Unterstützung bei einem Therapeuten in Ihrer Nähe oder suchen Sie eine psychotherapeutische Klinik auf.