Was ein Dampfkochtopf mit Selbstsabotage zu tun hat

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Ständige Misserfolge führen dazu, dass wir innerlich unter Druck stehen. Und wenn dieser nicht entweichen kann, macht er uns langfristig krank. Lesen Sie hier, was Sie tun können, um Anspannung abzubauen, und welche Auswirkungen es für Körper und Psyche hat, wenn dies nicht gelingt.

Der innere Saboteur möchte Ihnen helfen und Sie vor Selbstwertverlust und vor weiteren existenziellen Bedrohungen schützen. In Wirklichkeit aber erweist er Ihnen einen Bärendienst.

Denn ständiges Versagen macht nicht nur die Psyche, sondern auch den Körper krank.

Selbstsabotage führt zu innerer Anspannung

Wenn wir immer und immer wieder etwas Bestimmtes erreichen wollen und jedes Mal aufs Neue daran scheitern, so wächst mit jedem Misserfolg die innere Anspannung. Wir fühlen uns inkompetent, unsicher, aber auch angespannt.

Je mehr wir schon in ein bestimmtes Projekt investiert haben (an Zeit, Aufwand oder Geld), desto stärkter wird die Sehnsucht, dieses Ziel auch zu erreichen.

In gleichem Maß steigt die Anspannung. Wir haben Angst, dass alle Anstrengungen umsonst waren und wir unseren Traum vielleicht nie erfüllen werden. Und zusätzlich wächst der Zweifel, ob wir mit unserem Projekt jemals Erfolg haben werden.

Wir verbeissen uns regelrecht darin und je länger wir es versuchen, desto weniger wollen wir davon ablassen.

Daher steigt auch der innere Druck in uns.

Ähnlich wie bei einem Dampfkopftoch, der auf einer heißen Herdplatte steht, beginnt es in uns zu brodeln. Und wenn wir kein Ventil finden, um den Druck abzulassen, dann fliegt uns der ganze Selbstsabotage-Kochtopf irgendwann um die Ohren.

Kommt Ihnen diese Beschreibung bekannt vor? Dann sollten Sie schleunigst etwas dagegen tun. Nehmen Sie den Druck raus!

Ventile gegen die innere Anspannung

Eine naheliegende Möglichkeit ist es, das Projekt nochmals zu überdenken und erst einmal etwas Abstand davon zu bekommen.

Möchte ich auch wirklich dieses Ziel erreichen?

Ist es mir denn tatsächlich so wichtig, oder halte ich nur daran fest, weil ich schon so viel investiert habe?

Wann ist der Punkt erreicht, an dem ich besser stoppen sollte?

In dem Moment, wo Sie ein Projekt erst mal ruhen lassen, nehmen Sie den Projektkochtopf vom Herd und der Druck kann langsam wieder absinken.

Doch Vorsicht: Wenn Sie dazu neigen, immer wieder Projekte abzubrechen, dann tun Sie sich auch keinen Gefallen.

Ihr Saboteur registriert sofort, wie Sie mit Ihren Vorhaben umgehen. Wenn Sie häufig Projekte unvollendet lassen, wird er bei einem erneuten Plan dessen Erfolgschancen eher gering einschätzen und Sie sabotieren. Warum er dies tut, können Sie hier nachlesen.

Wenn Sie aus bestimmten Gründen weiter an Ihrem Projekt festhalten wollen oder müssen, so brauchen Sie andere Wege, um Druck loszuwerden.

Der Dampfkochtopf bleibt dann zwar auf dem Herd stehen, aber es gibt eine Art Überdruckventil, das dafür sorgt, dass sich nicht zu viel Druck ansammelt.

Sport ist ein gutes Mittel, um Adrenalin und Druck abzubauen. Bewegen Sie sich am besten mehrmals pro Woche für mindestens 30 Minuten an der frischen Luft.

Regelmäßige Bewegung schützt Ihre Psyche und bringt Sie auf andere Gedanken. Bei starker Anspannung hilft es, sich auszupowern durch Sprints, Schattenboxen oder Tanzen. Bringen Sie sich und Ihren Saboteur zum schwitzen!

Zusätzlich sollten Sie eine Entspannungsmethode, wie zum Beispiel autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation lernen und regelmäßig anzuwenden.

Vor allem die regelmäßige Wiederholung ist wichtig, denn ähnlich wie wenn Sie ein neues Musikinstrument erlernen, brauchen Sie auch bei Entspannungsverfahren viel Übung.

Druck baut sich auch ab, wenn Sie an anderen Stellen Erfolgserlebnisse haben. Dadurch gehen Selbstzweifel zurück und Sie stehen weniger unter Spannung.

Führen Sie daher ein Erfolgstagebuch, in dem Sie täglich aufschreiben, was gut gelaufen ist.

Was aber passiert, wenn Sie all das nicht tun?

Die Folgen von zu hohem Druck

Wenn wir kein Druckablassventil gefunden haben, so kann es sein, dass der Druck soweit steigt, dass uns die ganze Selbstsabotage-Suppe um die Ohren fliegt.

Die Anspannung steigt immer weiter an und entlädt sich irgendwann. Wo und auf welche Weise ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab.

Wir alle reagieren unterschiedlich auf Stress. Manche werden dadurch körperlich krank. Sie bekommen häufiger Infektionen oder ein Magengeschwür. Oder sie werden unachtsamer und verletzen sich dabei.

Manche entwickeln eine psychische Erkrankung, weil sie dem inneren Druck nicht mehr standhalten können.

Es gibt eine Vielzahl von möglichen Folgeerkrankungen. Ich nenne Ihnen hier nur ein paar davon:

  • Depression
  • Selbstunsicherheit
  • Angststörungen
  • Schmerzstörungen und andere körperliche Beschwerden
  • Schlafstörungen

Alle diese Erkrankungen beeinträchtigen Ihre Lebensqualität und Ihre Fähigkeit, den Alltag zu bewältigen.

Daher ist es so wichtig, Selbstsabotage zu erkennen und Ihren inneren Saboteur zu stoppen. In meinem neuen Kurs „Hallo, Saboteur!“ lernen Sie, viele verschiedene Techniken, um Ihren Saboteur zu erkennen und ihn zu Ihrem Verbündeten zu machen. Hier erfahren Sie mehr.

Und denken Sie daran, regelmäßig Druck abzulassen. Sonst wird er Ihnen um die Ohren fliegen.

Weiterführende Links

Wie Sie wirklich aus der Selbstsabotage aussteigen können

Warum es so gefährlich ist, am eigenen Erfolg zu zweifeln

Was hat mein Selbstwert mit Selbstsabotage zu tun?

Wie sich Selbstsabotage auf Ihre Beziehungen auswirkt

Warum Selbstsabotage zu Depressionen führen kann


 

Die Autorin:

Michaela Muthig ist Ärztin und Psychotherapeutin und hat sich auf Selbstsabotage spezialisiert. Mit Ihrem eigenen Saboteur hat sie Frieden geschlossen und erfüllt sich nun ihren Lebenstraum.

Im Mai 2019 erscheint ihr erstes Buch „Der kleine Saboteur in uns“.