Im Kinderzimmer stand schon lange ein Spielzeugkästchen. Auf jeder Seite hatte es ein verschieden geformtes Loch. Oben war das Loch rund, unten quadratisch und an den einzelnen Seiten rautenförmig, sternförmig, oval und herzförmig. Zur Kiste gehörten auch die entsprechenden Förmchen, jede passte durch ihr ganz spezielles Loch. Darunter war auch ein kleines Sternchen.

 

Dieses Sternchen war sehr unglücklich. Denn es wollte durch jedes einzelne Loch passen. Doch so sehr es sich auch anzupassen versuchte – eine seiner Zacken war immer im Weg. Immer eckte es an.

„Ich will versuchen, meine Zacken abzuwerfen“, sagte es zu sich. „Wozu sind Zacken schon nutze? Damit verletze ich die Kinder doch höchstens. Und wenn ich alle meine Ecken und Kanten los bin, dann werde ich an jedem Ort zurechtkommen und jeder wird mich mögen.“

„Was tust du da?“, wollten die anderen Förmchen wissen, als sie sahen, wie das Sternchen immer wieder gegen die Kanten der Spielzeugkiste schlug. Das Sternchen erklärte es ihnen.

Da meldete sich das Herz zu Wort: „Liebes Sternchen“, sagte es: wenn du deine Zacken abwirfst, dann bist du kein Stern mehr. Du musst nicht überall passen, sondern es gibt auch für dich den richtigen Ort. Bitte, bitte, bleib du selbst. Denn diese Welt braucht auch Sterne, genauso wie sie Herzen braucht.“

Das Sternchen dachte lange nach. „Aber bin ich dann überhaupt liebenswert, wenn ich ständig anecke?“ 

„Wenn du es schaffen solltest, alle Ecken und Kanten abzuschleifen, dann passt du vielleicht überall hin“ antwortet das Herz. „Aber weißt du was? Nur wenn du deine Zacken behältst, bist du etwas Besonderes! Nur dann bist du wirklich ein Stern und unverwechselbar. Auch wenn du nicht durch jede Öffnung durchschlüpfen kannst.“

Und das Sternchen verstand.

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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