“Ich glaube, ich bin ein hoffnungsloser Fall”, seufzt  eine Kundin. Jetzt stehe ich schon wieder vor demselben Problem, das ich doch schon seit Jahren habe. Immer wieder komme ich an den Punkt, dass ich die Meinung der anderen für wichtiger nehme als meine eigene. Es ist, als würde ich mich ständig im Kreis drehen.”

Ja, dieses Bild kenne ich. Nicht nur, dass ich das immer wieder von meinen Klienten höre. Ich selbst hatte auch schon oft das Gefühl, mich im Kreis zu drehen. 

Aus eigener Erfahrung mache ich meiner Kundin einen Vorschlag: “Lass uns mal genau hinschauen. Du magst an der gleichen Stelle angekommen sein, aber was ist, wenn es gar kein Kreis ist?”

Ich ernte verständnislose Blicke und beginne, zu erklären: “Ich habe früher auch immer wieder gedacht, wenn ich vor dem gleichen Problem stehe, habe ich mich folglich  im Kreis gedreht. Von oben betrachtet, sieht es auch aus wie ein Kreis. Aber wenn wir die Perspektive ändern, wirst du sehen, dass es sich in Wirklichkeit um eine Spirale handelt. Du stehst vor dem selben Problem, aber du bist eine Ebene höher, hast andere Erkenntnisse, andere Erfahrungen. Lass uns also mal anschauen, ob das nicht auch auf dich zutrifft.”

Gemeinsam überlegen wir, was sich schon geändert hat, seitdem meine Kundin zum letzten Mal vor dem gleichen Problem stand. Je mehr Punkte wir finden, desto mehr erhellt sich ihr Gesicht.

“Ich verstehe jetzt, was du meinst. Es wirkt zwar wie ein Kreis, aber in Wirklichkeit bin ich weitergekommen, habe eine weitere Umdrehung geschafft.” Jetzt lächelt sie: “Weißt du, was das Beste daran ist? Irgendwann ist auch die längste Spirale geschafft. Keine Ahnung, wieviele Umdrehungen ich noch vor mir habe, aber irgendwann ist die letzte erreicht und ich werde das Problem hinter mir gelassen haben. Danke! Das ist ein wirklich schönes Bild.”

Ich strahle bei diesem Lob. Hat mir dieses Bild doch auch schon oft geholfen, wenn ich mal wieder vor längst bekannten Problemen gestanden habe. Wir kommen immer ein kleines Stückchen weiter, wir müssen nur dranbleiben und dürfen nicht den Mut verlieren.

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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