Es war die Entdeckung des Jahrhunderts. Endlich hatte eine Gruppe von Wissenschaftlern es geschafft, einen Apparat zu entwerfen, der Wünsche in die Realität umsetzen konnte. Die Menschen waren begeistert und jeder wollte diese Maschine ausprobieren. 

So auch Paul. Er musste lange warten, bis er endlich einen Termin bekam. Der Preis für die Nutzung der Maschine war hoch, jedoch sagte sich Paul, dass sein Wunsch deutlich wertvoller war.

Endlich war sein Termin da.

Der Apparat war riesig und füllte einen ganzen Raum. Überall um ihn herum klapperte und ratterte es. Neugierig sah Paul sich um. Beinahe hätte er den ältlichen Mann dabei übersehen, der auf ihn zukam.

“Ich bin Herr Rödling”, stellte sich der Mann vor, “und helfe Ihnen, die Maschine zu benutzen. Zunächst müssen wir Sie an die Maschine anschließen.” Während er redete begann er schon damit, Elektroden an Paus Kopf anzubringen und mit der Maschine zu verbinden.

“Nun ist alles vorbereitet. In wenigen Minuten ist das Gerät startklar und wird Ihre inneren Bilder lesen. Diese wird es dann in die Realität umsetzen. Daher setzen Sie sich jetzt auf den Stuhl und denken an das, was Sie gern hätten. Aber achten Sie darauf, nur an Ihre Wünsche zu denken.”

In Paul kribbelte es vor Aufregung. Bald würde er das schönste Häuschen der Welt besitzen. Er konnte es kaum erwarten. Endlich nicht mehr in dem zugigen Altbau wohnen müssen, der immer so schnell staubig wurde. Nie wieder im Winter frieren, wenn die Heizung nicht ansprang. Und dann dieses graue Wetter…”

“Wir sind fertig”. Die Stimme des anderen riss Paul aus seinen Gedanken. Ungeduldig wartete er nun, wie die Maschine seine Gedanken in die Realität umsetzte. Doch das, was er da sah, bestürzte ihn.

“Aber”, stammelte er “das ist ja genau die Wohnung, die ich jetzt schon besitze. Kalt und grau und zugig.”

“Es ist das, woran Sie gedacht haben.” antwortete der Mitarbeiter. “Ich habe Ihnen extra noch gesagt, dass die Maschine nur das umsetzen kann, womit Sie sich beschäftigen. Das, was Sie denken, wird zur Wirklichkeit.”

Zutiefst betrübt musste Paul sich eingestehen, dass der andere Recht hatte. Er hatte an sein altes Heim gedacht und nicht an das Traumhaus. “Darf ich es nochmal probieren?” fragte er zaghaft. Der andere lächelte breit. “Natürlich dürfen Sie die Maschine nochmal benutzen. Aber ich rate Ihnen eins: kommen Sie in mehreren Monaten wieder. Und bis dahin üben Sie sich im positiven Denken. Trainieren Sie sich darauf, Ihre Wünsche in den Fokus zu nehmen und sie dort zu behalten. Immer wieder. Dann können sie auch Wirklichkeit werden.”

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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