Anmeldung Einzelcoaching. Hilfe gegen Selbstsabotage - und auch gegen Verschwörungstheorien.



Irgendwann werden Reptiloiden die Weltherrschaft an sich reißen. Oder Bill Gates. Wir werden alle zwangsgeimpft und mit Microchips versehen und darüber werden unsere Gedanken gesteuert. Und Corona ist sowieso nur ein Fake, der dafür sorgen soll, dass wir uns brav unterordnen und noch besser kontrolliert werden können.

Glauben Sie alles nicht? Ich auch nicht. Aber wie Sie vermutlich beobachten konnten, tauchen in der letzten Zeit immer mehr solcher kruden Verschwörungstheorien auf. Diejenigen, die sie verbreiten sind felsenfest von ihrer Richtigkeit überzeugt und verdrehen alle Argumente so, dass es in ihre verquere Logik passt.

In diesem Artikel möchte ich nicht nur die psychologischen Hintergründe solcher Verschwörungstheoretiker näher beleuchten, sondern Ihnen auch aufzeigen, wie die dafür verantwortlichen Denkmechanismen auch in Ihrem Gehirn auftreten und Ihnen das Leben deutlich schwerer machen, als es sein müsste.

Aber lesen Sie selbst.

Warum ploppen gerade jetzt die Verschwörungstheorien wie Pilze aus dem Boden?

Verschwörungstheorien gab es schon immer und wird es vermutlich immer geben. Doch selten waren sie so präsent und hatten solch eine enorme Sichtbarkeit wie aktuell. Das hat mehrere Gründe:

Die aktuelle Situation belastet viele.

Das normale Alltagsleben liegt brach. Viele halten sich zuhause auf und fühlen sich aufgrund des Kontaktverbots und der (zum Glück mittlerweile etwas gelockerten) Ausgangsbeschränkungen eingesperrt und gegängelt.
Solch eine Situation ist psychisch sehr belastend und kann zu einer Dekompensation führen. Zudem halten sich durch die veränderten Lebensumstände die Menschen vermehrt in den sozialen Medien auf. Sie kommen also viel mehr mit solchen Theorien in Kontakt und sind aufgrund ihrer Lage anfälliger dafür.

Wir erleiden einen Kontrollverlust.

Ein unsichtbares Virus ist kein guter Feind. Es ist unpersönlich und handelt nicht intelligent. Dagegen kann man nur schlecht kämpfen, und es könnte überall sein, da es aufgrund seiner Größe so gut wie unsichtbar ist.
Das macht Angst und sorgt für Kontrollverlust. Viel leichter wäre es, einem Feind in Fleisch und Blut gegenüber zu stehen, den man bekämpfen kann. Und so sucht das Gehirn einen Schuldigen.
Verschwörungstheorien geben den Menschen das, was sie brauchen: Einen realen Feind und eine Aufgabe. Jetzt können sie etwas tun: demonstrieren, informieren, demontieren. Und diese Aktionen lindern den Kontrollverlust etwas.

Aus Ohnmacht wird Macht.

Jemand, der Verschwörungstheorien anhängt, bekommt das Gefühl, dass er die Dinge durchblickt hat, die so viele Menschen nicht verstehen. Er gehört damit zu einer Elite, die Bescheid weiß, und muss nun die weniger informierten Menschen aufklären.
Das wertet den Selbstwert auf, der in der jetzigen Situation gerade sehr angeschlagen ist.


Vor allem die Wiedergewinnung von Kontrolle und die Hebung des Selbstwerts sind dabei die Mechanismen, die Menschen so anfällig lassen werden für Verschwörungstheorien. Aus Kontrollverlust entsteht Ohnmacht. Aus Ohnmacht Wut. Und die Wut muss irgendwo hin.

Warum selbst eindeutige Beweise nichts bewirken

Es ist also fast schon nachvollziehbar, warum gerade jetzt so viele Menschen offen für Fake-News und Verschwörungstheorien sind. Aber da gibt es doch so viele Gegenstimmen, die die Unmöglichkeit dieser Theorien aufzeigen. Oft werden auch klare Beweise und Fakten gepostet, die diese Überzeugungen widerlegen. Warum lassen die Betroffenen sich dadurch nicht eines Besseren belehren?
Warum bleiben sie trotz aller Beweise so fest bei ihrer Überzeugung und warum können Hunderte von Menschen nichts mehr ausrichten?

Je mehr wir überzeugen wollen, desto mehr ist der andere von seiner eigenen Meinung überzeugt.

Denken Sie daran, dass die Verschwörungsgedanken dem Menschen das geben, was er gerade so dringend braucht: Stabilisierung des Selbstwerts und Kontrolle. Oft gibt er ihm sogar ein Identitätsgefühl „Ich gehöre dazu“. Da fällt es schwer, diese Gedanken aufzugeben.

Ein bisschen ist es so, als würden Sie über einem Abgrund hängen und sich nur noch an ein Seil festklammern. Solange keine Leiter, keine helfende Hand oder ein anderes Seil zur Verfügung stehen, fällt es sehr schwer, diesen rettenden Halt loszulassen.

Und so ist es auch bei den Anhängern von Verschwörungstheorien: Sie baumeln über dem Abgrund der Angst und des Kontrollverlusts und solange sie keine andere Idee haben, wie sie damit umgehen können, werden sie sich an die Verschwörungstheorien festklammern um jeden Preis.

Der eigene Selbstwert muss um jeden Preis geschützt werden

Würden die Betroffenen zugeben müssen, dass sie sich geirrt und völlig lächerlich gemacht haben, so wäre das für ihren Selbstwert der absolute Supergau.
Sie müssten sich selbst eingestehen, dass sie sich schwer getäuscht haben, dass sie sich vielleicht sogar lächerlich gemacht und Freundschaften oder (wie bei bestimmten prominenten Beispielen) berufliche Chancen damit verspielt haben.
Der Aufprall in die Realität wäre zu hart und schmerzhaft. Und daher will das Gehirn diese Katastrophe um jeden Preis vermeiden. Selbst glasklare und unwiderlegbare Fakten werden umgedeutet.

Was würde passieren, wenn sich eine Behauptung – zum Beispiel diese, dass wir am 15.05. alle zwangsgeimpft werden – als falsch herausstellt?
Darüber gibt es sehr gute Beobachtungen aus den 50er Jahren, die ich auch schon in meinem Buch „Der kleine Saboteur in uns“ aufgegriffen habe:
Damals hatte eine Sektenführerin das Ende der Welt angekündigt. Aliens würden mit einem Raumschiff kommen und nur diejenigen mitnehmen, die an sie glaubten. Alle anderen würden vernichtet werden. Der Tag des Weltuntergangs war da – und verstrich völlig ereignislos. Kein Weltuntergang. Keine Aliens. Keine Ufos.

Selbst eine nicht eingetretene Prophezeiung verstärkt die Überzeugung

Wer nun erwartet, dass die Sektenmitglieder von ihrem Glauben abgefallen wären, wurde des Gegenteils belehrt: Die „Gläubigen“ waren nun mehr denn je überzeugt, dass sie Recht hatten. Nur durch ihr Gebet hatten sie die Welt gerettet und den Weltuntergang abgewendet.

Sich einzugestehen, dass sie einem phänomenalen Irrtum aufgesessen sind, wäre zu schmerzhaft gewesen. Und sehr ähnlich werden auch die heutigen Anhänger von Verschwörungstheorien reagieren, wenn sich ihre Prophezeiungen als falsch herausstellen. Sie werden für sich eine Erklärung finden, warum sie doch recht hatten und diese verteidigen.

Und je mehr sie sich vor anderen verteidigen müssen, desto stärker werden sie ihre innere Überzeugung ausbauen und Argumente für ihre Theorie finden.
Indem Sie also versuchen, jemanden von seiner Überzeugung abzubringen, verstärken Sie diese dadurch sogar noch.

Doch was haben die Verschwörungstheorien nun mit Selbstsabotage zu tun?

Mein Hauptthema sind ja nicht unbedingt Verschwörungstheorien, sondern die Selbstsabotage. Aber beide haben sehr viel gemeinsam. Denn wir alle haben so Fake News – oder besser Fake Thoughts im Kopf, von denen wir felsenfest überzeugt sind und die wir trotz aller Gegenbeweise nie hinterfragen.
Zum Glück haben die wenigsten dieser Überzeugungen mit Reptiloiden oder Corona zu tun.
Sie schaden damit auch nicht der Allgemeinheit, sondern nur sich selbst, aber für Ihr Leben können diese Fake-Thoughts massive Beeinträchtigungen verursachen.


Es gibt sicher auch in Ihrem Leben so einige völlig unbegründete Glaubenssätze, nach denen Sie sich richten. Zum Beispiel dieser hier:

Ich habe es nicht verdient, glücklich zu sein.

Sagt wer? Welche Instanz hat dies festgelegt? Und aufgrund welcher Ursache? Was muss man Schlimmes verbrochen haben, um solch ein lebenslänglich zu bekommen? Was wird Ihnen zu Last gelegt?

Falls Sie jetzt sagen sollten: „Keine Ahnung, ist halt so. Ich habe Beweise“, dann denken Sie an das, was ich oben geschrieben habe: Wir finden für alles Beweise, wenn wir es nur wollen. Auch dafür, dass Reptiloiden unter uns leben.

Ich bin nicht gut genug.

Und was ist mit Ihren ganzen Erfolgen? Wie kommt es, dass Sie in Ihrem Leben schon so viel erreicht haben, wenn Sie doch nicht gut genug sind? Und all die positiven Rückmeldungen von so vielen Menschen, haben die sich alle getäuscht?

Nein, Sie sind kein Hochstapler, sondern diese Überzeugung, nicht gut genug zu sein, ist sehr weit verbreitet (es gibt sogar einen eigenen Namen dafür – das Impostor-Phänomen) und in den meisten Fällen einfach falsch!

Ich darf keine Fehler machen, sonst werde ich nicht respektiert

Sicher? Und sie? Stürzen Sie sich auf jeden, der nicht perfekt ist, und machen ihn fertig? Lauern Sie tatsächlich auf jede Schwäche, um Ihrem Gegenüber diese dann vorzuhalten?

Nein? Und warum denken Sie, dass andere so handeln? Klar, es gibt Ausnahmen, aber in der Regel akzeptieren wir die Schwächen der anderen, solange die Stärken überwiegen. Und meistens machen unsere Fehler uns liebenswert und menschlich. Also vergessen Sie die Mär von der Fehlerfreiheit.


Dies sind nur drei von solchen „Fake-Thoughts“, die vermutlich auch in Ihrem Kopf ihr Unwesen treiben. Da gibt es sicher noch mehrere.
Und wie bei den Verschwörungstheorien sehen andere von außen ganz klar, dass unsere Gedanken unlogisch sind und oft einfach aus der Luft gegriffen. Wir aber sehen dies nicht. Wir können unzählige Beispiele aufzählen, die beweisen, dass wir recht haben. Das können aber die Anhänger von Verschwörungstheorien auch.

Nehmen Sie sich also mal meinen Artikel zu Herzen und schauen Sie mal genau hin, ob nicht etwas dran sein könnte an meinen Zeilen. Machen Sie sich auf die Suche nach diesen völlig unbegründeten Glaubenssätzen, die Ihnen nur schaden und Sie nicht weiterbringen.

Und wie werde ich solche Fake-Thougts wieder los?

Wie Sie ja schon gelesen haben, ist es schwer, von außen an die Verschwörungs-Theoretiker heranzukommen. Sobald man mit Fakten kommt, fühlen sie sich gezwungen, ihre Theorie zu beweisen oder zumindest logisch zu begründen. Und dadurch verstärkt sich ihre Überzeugung noch mehr.

Von außen ist es schwer, etwas zu verändern. Aber Sie selbst können die Veränderung bewirken.

Bringen Sie sich selbst ins Zweifeln. Nicht durch Gegenbeweise (wie gesagt, Sie werden sich anschließend nur noch mehr beweisen wollen, dass Sie recht haben), sondern durch offene Fragen.

Diese Fragen können helfen

Was wäre, wenn meine Theorie gar nicht stimmt? Wie würde sich das auf mein Leben auswirken. Welche Sicherheiten müsste ich aufgeben? Welche Vorteile würde ich dadurch aber auch gewinnen?

Ist es möglich, dass ich mich die ganze Zeit geirrt habe? Welche Anzeichen könnte es dafür geben, dass ich doch nicht so unfähig bin/dass ich auch verdient habe, glücklich zu sein?

Indem Sie solche offene Fragen stellen, die Sie erst einmal rein hypothetisch formulieren, umgehen Sie den Rechtfertigungs-Zwang, der sonst auftritt.
Sie spielen einfach mal in Gedanken eine andere Möglichkeit durch. Und können so nach und nach Zweifel säen.
Und wenn Sie dann erst einmal damit beginnen, Hinweise dafür zu suchen, dass Ihre Grundannahme falsch ist, haben Sie praktisch schon gewonnen. Denn ich bin mir sicher, Sie werden jede Menge dieser Beweise finden, wenn Sie erst einmal dafür offen sind.

Mein Fazit:

Verschwörungstheorien sind nicht nur unangenehm, sie können auch gefährlich sein. Indem Sie wissen, welche psychologischen Mechanismen wirksam werden, können Sie sich nicht nur selbst besser davor schützen, sondern auf einem anderen Wege die Betroffenen erreichen. Nicht, indem Sie sie umstimmen wollen – das würde die Überzeugung nur verstärken. Sondern, indem Sie an den richtigen Stellen einhaken: Dort, wo der andere erste Zweifel zeigt, und mit offenen Fragen („Was wäre wenn…“, „Könnte nicht auch …“) diese Zweifel verstärken.

Vor allem aber geht es mir darum, dass Sie Ihre eigenen falschen Grundüberzeugungen aufspüren können. Diejenigen, die Sie schon seit Kindheit mit sich herumschleppen und die wie eine Bremse auf Ihrem Erfolgsweg wirken.
Lassen Sie diese unbegründeten Argumentationen der eignen Unfähigkeit oder der eigenen Wertlosigkeit hinter sich.
Sie wissen es jetzt doch besser!

Und falls Sie dabei Unterstützung brauchen, kontaktieren Sie mich. Ich helfe Ihnen gern, die Knoten im Hirn zu entwirren, uralte Glaubenssätze zu hinterfragen und innere Blockaden zu lösen.

Die Autorin:

Michaela Muthig ist Ärztin und Psychotherapeutin und hat sich auf Selbstsabotage spezialisiert. Mit Ihrem eigenen Saboteur hat sie Frieden geschlossen und erfüllt sich nun ihren Lebenstraum.

Im Mai 2019 ist ihr erstes Buch „Der kleine Saboteur in uns“ erschienen.