Die Qual der Wahl

Wenn Sie sich einfach nicht entscheiden können, übernimmt der Saboteur. Warum das so ist erfahren Sie hier.

Selbstsabotage entsteht oft dann, wenn Sie sich nicht zwischen mehreren Alternativen entscheiden können. Sie erfahren in dem folgenden Artikel, warum Ihr Saboteur bei Interessenskonflikten aktiv wird und was Sie dagegen tun können. 

 

Der innere Saboteur ist ein Teil unserer Persönlichkeit. Und wie alle anderen Persönlichkeitsanteile auch, möchte er, dass wir ein glückliches Leben führen.

Während der innere Schweinehund dafür sorgen möchte, dass es uns kurzfristig gut geht, und die langfristigen Folgen dabei vernachlässigt, ist es beim inneren Saboteur genau umgekehrt: Er strebt unser langfristiges Glück an und nimmt dabei vorübergehende Unannehmlichkeiten in Kauf. Denn der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Zumindest aus Sicht des inneren Saboteurs.

Ganz besonders aktiv wird er bei inneren Konflikten. „Dies bedeutet für ihn „Alarmstufe rot“ und er tut alles dafür, um uns von diesem Dilemma zu befreien. Schließlich soll es uns nicht so ergehen, wie dem armen Esel.

Die Qual der Wahl

Kennen Sie die Geschichte mit dem Esel, der sich zwischen zwei Heuballen entscheiden muss? Da beide Heuballen gleich groß sind und beide ebenso gut duften, kann sich der Esel nicht für einen entscheiden und verhungert dabei.

Ihr innerer Saboteur befürchtet, dass Ihnen das Gleiche passieren könnte. Um zu verhindern, dass Sie zwischen zwei Optionen stehen und mit der Entscheidung überfordert sind, erleichtert er Ihnen diese Entscheidung.

Meist sorgt der Saboteur dann dafür, dass eine der beiden Optionen nicht mehr besteht. Sie haben dann nur noch einen Weg, den Sie gehen können. Vielleicht denken Sie später mit Wehmut an die andere Alternative zurück, aber Sie entwickeln sich weiter.

Manchmal sind Sie sogar ganz froh, dass es so gekommen ist. Dann hat Ihr Saboteur wirklich gute Arbeit gemacht und weiß, was Ihnen gut tut. Indem er die schlechtere Alternative zunichte gemacht hat, hat er Ihnen die Entscheidung erleichtert.

Wenn Sie aber Pech haben, dann ist Ihr Saboteur etwas übereifrig. Sieht er, dass ein Esel sich nicht entscheiden kann, beseitigt er kurzer Hand beide Heuballen. Sicher ist sicher. Und wundert sich anschließend, dass der Esel nun trotzdem verhungert.

Lassen Sie daher bloß nicht zu, dass Ihr innerer Saboteur das Ruder übernimmt und sagt, wo es lang geht. Sondern werden Sie aktiv! Dazu müssen Sie aber zunächst wissen, warum bestimmte Entscheidungen so schwer fallen.

 

Diese Interessenskonflikte sind besonders gefährlich:

Es ist natürlich immer sehr unangenehm, wenn wir keine klare Entscheidung treffen können und zwischen mehreren Möglichkeiten hin- und herschwanken.

Aber es gibt auch einige innere Konflikte, die so prägend und schwierig sind, dass sie krank machen können.

Diese speziellen Konflikte sind in der Psychotherapie so bedeutend, dass sie eigene Namen bekommen haben. Ich stelle Ihnen hier die drei entscheidenden vor.

Prüfen Sie für sich gut, ob einer oder gar mehrere Ihnen evtl. bekannt vorkommt.

– Appetenz-Appetenz-Konflikte

-> Geld oder Leben: Sie müssen sich zwischen zwei schönen Optionen entscheiden und können nicht beide gleichzeitig haben. Klassische Appetenz-Appetenz-Situationen sind:

  • Mache ich Karriere oder kümmere ich mich mehr um meine Familie?
  • Investiere ich mein Erspartes in einen tollen Urlaub oder in die Anzahlung für ein Haus?
  • Heirate ich jetzt Ulf oder doch besser Robert?

– Aversions-Aversions-Konflikte

-> Pest oder Cholera: Sie müssen eine Entscheidung zwischen mehreren Optionen treffen, keine von diesen ist besonders verlockend. Klassische Aversions-Aversions-Situationen sind:

  • Bleibe ich in dieser belastenden Beziehung oder lebe ich am Existenzminimum?
  • Ziehe ich der Liebe wegen in ein fernes Land und gebe meinen Freundeskreis auf, oder trenne ich mich?
  • Setze ich mich in die langweilige Besprechung oder riskiere ich einen Rüffel vom Chef?

– Appetenz-Aversions-Konflikte

-> Für und Wider: Hier handelt es sich um eine Entscheidung für eine Option, die Vor- und Nachteile gleichzeitig hat.  Klassische Appetenz-Aversions-Konflikte sind:

  • Ich würde gerne nur Hausfrau und Mutter sein, müsste mich dann aber von meinem Partner finanziell abhängig machen.
  • Ich hätte gerne den Porsche, müsste mich aber dafür verschulden.
  • Wenn ich dieses Jobangebot annehme, würde ich viel Geld verdienen, müsste aber dafür jede Menge Überstunden machen und wäre ständig unterwegs.

Je schwieriger eine solche Wahl ist und je mehr dabei auf dem Spiel steht, desto wahrscheinlicher wird sich irgendwann Ihr innerer Saboteur einschalten, um Ihnen die Entscheidung abzunehmen.

Er möchte Ihnen dabei helfen, ein glückliches Leben zu führen und nicht zwischen zwei Heuballen zu verhungern. Aber nicht immer ist gut gemeint dasselbe wie gut gemacht.

Was können Sie also bei inneren Konflikten tun?

  1. Klarheit verschaffen: Klar ist es enorm schwer, bei wichtigen Lebensfragen eine Entscheidung zu treffen. Die Gefahr, dass Sie Ihren Lebensweg später bereuen ist ja schließlich vorhanden.

Aber denken Sie daran, dass es auch eine Entscheidung ist, wenn Sie sich nicht festlegen. Denn dann übernimmt der Saboteur. Und das wäre die schlechteste Variante.

Es kann Ihnen helfen, wenn Sie einmal alles auflisten, was für oder gegen eine Option spricht. Sammeln Sie alle Vor- und Nachteile in einer sogenannten Pro-Kontra-Liste. Dadurch bekommen Sie eine erste Klarheit.

  1. Festlegen: Wenn beide Alternativen gleichwertig sind, können Sie die Entscheidung auch treffen, indem Sie eine Münze werfen. Vermutlich werden Sie jetzt verwundert sein und können sich kaum vorstellen, warum man bei so wichtigen Lebensfragen den Zufall entscheiden lassen sollte. Aber besser den Zufall entscheiden lassen, als den Saboteur. Denn das werden Sie meist bereuen.

Ich mache es tatsächlich so, dass ich eine Münze werfe, wenn ich keine Klarheit darüber habe, welche Option die bessere ist. Denn in dem Moment, in dem die Münze Kopf oder Zahl anzeigt, spüre ich, ob ich mit dem Ergebnis zufrieden bin oder nicht.  Wenn ich zum Beispiel enttäuscht bin, dass ich jetzt Variante A wählen soll, wird mir endlich bewusst, dass ich ja lieber Variante B hätte. Und dann entscheide ich mich auch für Variante B.

Mit diesem kleinen Trick ist es mir bisher immer gelungen, meine Entscheidungen selbst zu treffen und nicht einem übereifrigen Saboteur zu überlassen. Probieren Sie es ruhig auch mal aus.

  1. Innere Blockaden lösen: Manchmal helfen auch die normalen Tricks zur Entscheidungsfindung nichts. Dann kann es sein, dass ein starker unterbewusster Konflikt dahintersteckt. Auslöser können prägende Erlebnisse sein, die dann wie eine Bremse im Kopf alle Aktionen blockieren.

 

In meinem Kurs „Hallo Saboteur“ bekommen Sie Klarheit darüber, warum Sie noch immer auf der Bremse stehen und welche möglichen Interessenskonflikte dahinter stehen.

-> Hier geht`s zum Kurs

 

Aber ganz egal, wie Sie letztendlich Ihre Entscheidung treffen, Hauptsache Sie tun es. Sonst erledigt das Ihr Saboteur für Sie.

 

 

 

 

 

 

 

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