Eigentlich ist die Sache mit dem Abnehmen nicht sehr kompliziert: Weniger Kalorien zu sich nehmen, als man verbraucht. Und das langfristig – schon sollte es mit der Gewichtsabnahme klappen. Und was ist leichter, als etwas NICHT  zu tun?

Naja, Sie wissen es vermutlich selbst: Es mag nicht kompliziert sein, leicht ist es deswegen noch lange nicht. Ich verrate hier drei Gründe, warum Sie sich gerade in Ihren Abnehmversuchen selbst sabotieren

1 ) Ihr innerer Saboteur möchte Sie vor einer erneuten Enttäuschung bewahren

Je mehr Diäten Sie schon erfolglos versucht haben, desto wahrscheinlicher werden Sie sich auch beim nächsten Mal selbst sabotieren. Und zwar meist schon gleich nach einigen Tagen. Denn in Wirklichkeit glauben wir längst nicht mehr daran, dass wir es wirklich schaffen könnten. Und warum sollten wir uns dann die Mühe machen und uns einschränken?

Fragen Sie sich einmal selbst: Wenn Sie ganz sicher wüssten, dass Sie erfolgreich sein werden und Ihr Wunschgewicht erreichen, würden Sie sich dann nicht ganz anders motivieren und durchhalten können?

Wenn wir uns jedoch bei jedem Verzicht fragen, ob es nicht sowieso alles vergebens ist, werden wir viel schneller aufgeben und wieder zu unseren alten Essgewohnheiten zurückkehren. Unbewusst schützen wir uns somit vor einer neuen Enttäuschung. Und verstärken dabei wieder unsere Überzeugung, dass wir einfach nicht abnehmen können, egal was wir tun.

Wenn Sie schon mehrere Abnehmversuche hinter sich hatten, ist es wichtig, etwas zu verändern. Suchen Sie sich eine Methode, die zu Ihnen passt und suchen Sie sich Verstärkung, die Sie motiviert, dran zu bleiben.

Registrieren Sie auch kleinste Erfolge und sorgen Sie vor allem dafür, Ihre Ernährung so zu verändern, dass Sie diese neuen Essgewohnheiten langfristig durchhalten können und nicht nur eine zeitlich begrenzte Diät halten. Denn sonst werden Sie nach Beendigung der Diät wieder zunehmen.

2 ) Essen löst ein Problem, das wir aktuell nicht anders lösen können

Es gibt kaum einen besseren Gefühlsregulator als Süßigkeiten oder als Essen generell. Denn wir haben schon als Baby gelernt, dass Essen Einsamkeit lindert und Trost spendet. Das Stillen dient nicht nur der Nahrungsaufnahme, sondern spendet ja darüber hinaus auch Wärme und Geborgenheit.

Später wurden Sie vielleicht als Kind mit einem Bonbon getröstet, wenn Sie sich das Knie aufgeschlagen haben, oder Sie bekamen ein Eis als Belohnung. Als Jugendlicher haben Sie erlebt, wie schön es ist, in der Clique zu feiern – und natürlich durfte gutes Essen dabei nicht fehlen.
So haben wir unser ganzes Leben lang gelernt, Essen und gute Gefühle miteinander zu verknüpfen. Und wenn wir nun einsam, traurig, gefrustet oder wütend sind, greifen wir zu dem Instant-Glücksbringer, der uns schon so viele Jahre vertraut ist: dem Essen.

Das Problem ist jedoch, dass Essen nur kurzfristig hilft. Sobald wir aber damit aufgehört haben, geht es uns oft noch schlechter. Wir sind dann zusätzlich noch sauer auf uns selbst und gefrustet, weil wir wieder nicht standhaft geblieben sind. Die Probleme haben sich nicht in Luft aufgelöst, sondern eher vermehrt, und vor lauter Frust könnten Sie gleich noch einmal etwas zu Essen brauchen

Wenn Sie aus diesem Teufelskreis herauskommen wollen, müssen Sie sich erst einmal bewusst werden, welche Gefühle hinter dem Heißhunger stecken und wie Sie Ihre Bedürfnisse anderweitig erfüllen können. Mehr darüber erfahren Sie dann nächste Woche.

3 ) Ihr Übergewicht schützt Sie

Ja, das gibt es und das ist ein wichtiger Grund, warum ein Teil in Ihnen vielleicht gar nicht abnehmen möchte. Gerade wenn Sie einmal als junges Mädchen Bemerkungen über Ihr Äußeres bekommen haben, die Sie verunsichert haben. Oder noch schlimmer: Sie wurden einmal Opfer eines sexuellen Übergriffs. Dann ist es enorm schwierig, abzunehmen.

Denn das Übergewicht ist in dem Moment so etwas wie ein Schutzschild „Solange ich dick bin, bin ich sexuell unattraktiv und keiner will etwas von mir“. Dieser Gedanke muss Ihnen gar nicht bewusst sein, kann aber dennoch vorhanden sein.

Ich habe in der Klinik auch Frauen betreut, die nach einer Magenoperation deutlich an Gewicht verloren haben. Die Veränderung wurde natürlich von anderen bemerkt und sie bekamen Komplimente. Diese harmlosen Bemerkungen wie z.B. „Gut siehst du aus!“ aktivierte aber in ihnen wieder alte Traumatisierungen und lösten Angst aus. Ängste, die sich die Frauen gar nicht erklären konnten, bis sie in der Therapie auf lange zurückliegende Erlebnisse aus der Jugendzeit stießen.

Wenn Sie also schon länger erfolglos Gewicht verlieren wollten, fragen Sie sich auch, welche Erfahrungen Sie als Kind oder Jugendlicher gemacht haben. Gab es anzügliche Bemerkungen, gab es Berührungen oder Anspielungen, bei denen Sie sich unwohl gefühlt haben? Stellen Sie sich vor, Sie nehmen ab und Menschen sprechen Sie darauf an: Wie fühlt sich das an?

Falls Sie merken, dass Ihr Gewicht auch eine Art Schutzpanzer ist, so empfehle ich Ihnen, zunächst die Prägungen aus der Vergangenheit aufzuarbeiten und erst dann den nächsten Abnehmversuch zu starten, wenn Sie auf Ihr Schutzschild verzichten können.

Schauen Sie genau hin!

Es gibt noch viele andere Gründe, warum Sie sich selbst beim Essen sabotieren. Gehen Sie doch einmal auf die Suche und fragen Sie sich, warum Ihr innerer Saboteur unbedingt dafür sorgen möchte, dass Sie nicht abnehmen.

Welches Problem wird dadurch vermieden oder auch, welches Problem wird durch Essen gelöst? Dann kommen Sie sich selbst und Ihrem inneren Saboteur noch mehr auf die Schliche.

Auch in meinem Online-Gruppenkurs „Besser essen“ geht es darum, dem kleinen Essens-Saboteur auf die Spur zu kommen. Wenn Sie also Verstärkung suchen und schon mehrere Abnehmversuche für sich allein begonnen haben, machen Sie einmal etwas anders und suchen sich Unterstützung dabei. Hier finden Sie Informationen zu meinem Kurs und können dann entscheiden, ob dieser für Sie geeignet ist.