Drei turbulente Wochen liegen hinter mir. Die Umzugsplanungen, die Vorbereitungen und das Jonglieren von vielen kleinen Einzelheiten haben mich ganz schön geschafft.

Als ich dann in Deutschland ankam, war ich erleichtert, aber auch erschöpft. Die ersten Tage genoss ich. Bis ich plötzlich feststellte: irgendwas fehlt.

Ich konnte gar nicht genau sagen, was mir fehlte. Ich arbeitete normal weiter, empfand Spaß bei meiner Arbeit, erledigte das, was nötig war. Und doch war es, als wäre ich nicht ganz da. Als wäre ein Teil in Frankreich geblieben und nicht mitgekommen.

Ja, und dann erinnerte ich mich an die Anekdote mit den Indianern, die nach einer Reise erst einmal warteten, dass ihre Seele nachkommen konnte.

Bingo! Ich hatte alles, was ich mitnehmen wollte, ins Auto geladen, aber meine Seele hatte ich dort anscheinend vergessen. Sie ist halt etwas langsamer, und während wir mit 130 km/h auf französischen Autobahnen unterwegs waren, muss ich sie abgehängt haben.

 

Gerade dann, wenn es hektisch wird, laufe ich meiner Seele sprichwörtlich davon. Denn diese schwingt viel langsamer. Wenn ich mich selbst spüren möchte, dann geht das nicht so hopladihopp zwischen Tür und Angel, besonders dann nicht, wenn mein Leben mich mal wieder rechts überholt hat.

 

Es ist eher ein Still-Sein, in mich hineinhorchen und warten. So wie bei einem Vogel, dem man ganz ruhig die Hand entgegenstrecken muss. Man darf ihn nicht durch hastige Bewegungen aufscheuchen, sondern muss ganz still sein und Geduld haben. 

– Bei mir sein

– Konzentration auf mich selbst

– Lauschen und hinspüren

Und irgendwann fühlen: Ja, ich bin wieder da. Meine Seele hat mich eingeholt.

So war es dann auch vorgestern, als ich in den Sternenhimmel schaute und plötzlich von der Schönheit und Stille der Nacht tief berührt war.

 

Die eigene Seele wieder spüren ist wie ein Nach-Hause-kommen. Ganz egal, wo dieses Zuhause ist. Solange meine Seele dabei ist, finde ich überall Heimat.

 

 

 

Wie ist das bei Ihnen? Sind Sie auch manchmal zu schnell unterwegs, so dass Ihre Seele nicht mehr Schritt halten kann?

Wie gehen Sie dann damit um? Schreiben Sie es mir gern in die Kommentare.