Juhu, heute habe ich tatsächlich den ganzen Vormittag keinen Termin. Viel Zeit für mich und für meine To-Do-Liste.

Doch schon beim Aufstehen merke ich, dass ich so viel lieber im Bett liegen würde. „Mag nicht“ schiesst es mir spontan durch den Kopf. „Mag nicht aufstehen. Mag nicht fleißig sein. Mag einfach nichtstun.“

Oha, mein inneres Faultier scheint da wieder am Werk zu sein. Aber ich hatte mir doch vorgenommen, heute schon meine Mutmach-Geschichte zu schreiben. „Vergiss die Mutmach-Geschichte“ tönt es in mir. „Wer braucht schon Mutmach-Geschichten.“ Naja…ich kenne da einige, die sie ganz gerne lesen. „Na und?“ Die Stimme in meinem Kopf ist unerbittlich. „Ich hab heute keine Lust dazu.“

Diesen Dialog kenne ich schon. Und ich weiß genau, was passieren wird, wenn ich nun mit „Wir müssen aber…“ komme. Sobald ich nur damit argumentiere, dass die Geschichte bis spätestens Samstagmorgen fertig sein muss, wird mein Saboteur sofort auf den Plan gerufen und mir beweisen wollen, dass ich ja nun mal gar nichts muss (außer atmen, essen, schlafen und sterben vielleicht).

Ich probiere es heute mal auf einem anderen Weg.

Ok, keine Mutmach-Geschichte, sage ich zu mir. Vielleicht sollten wir diese Geschichten vielleicht ganz sein lassen, wenn sie mich so unter Druck setzen.

Wie erwartet regt sich in mir sofort Widerstand. „Bloß nicht!“ – „Du kannst doch deine Leser nicht im Stich lassen!“ – „Was werden die denn denken?“

Wäre es denn so schlimm, mal keine Mutmach-Geschichte zu schreiben? Würde dadurch die Welt untergehen? Meine Leser vom Glauben abfallen? – Vermutlich nicht.

„Aber ich WILL doch Geschichten schreiben.“ Ein kleines leicht trotziges Stimmchen meldet sich nun. Ich spüre ihm nach. „Warum?“, frage ich es. „Warum ist es dir wichtig?“

„Damit kann ich andere berühren. Ich zeige etwas von mir. Es macht Spaß, meine Erfahrungen mit anderen zu teilen. Und ich freue mich über jede tolle Rückmeldung, die ich daraufhin bekomme.“

 

Ok, dann…. Wollen wir also doch schreiben?

„Au ja!“ jauchzt es in mir. „Und ich weiß auch schon, worüber wir schreiben werden.“

Das Faultier ist überstimmt und ich sitze vor dem Laptop und tippe breit grinsend.

 

Tja, liebe Leser, nun wissen Sie, wie es manchmal in meinem Kopf aussieht. Und wenn es tief in Ihnen manchmal ähnlich zugeht, dann denken Sie an mich und probieren Sie es mal auf diesem Weg. Erlauben Sie sich einfach mal den Gedanken, diese Aufgabe komplett zu streichen und schauen Sie, was dann passiert.

Ich wünsche Ihnen ganz viel Freude und viel mehr Wollen als Müssen.

 

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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