Ich: Hallo Saboteur, schön, dass du die Zeit gefunden hast, mit mir zu sprechen und meinen Lesern ein bisschen deine Sichtweise näherzubringen

Saboteur: Ja, das war nicht ganz so einfach. Weißt du, ich bin eigentlich sehr beschäftigt. Aber aktuell hast du ja schon einiges dazugelernt und ich muss dich nicht mehr so oft die Kuh vom Eis holen. Daher habe ich zum Glück Zeit für dich gefunden.

Ich: Ist Saboteur ein anstrengender Job?

Saboteur (lacht kurz auf): Das kannst du laut sagen. Wir müssen ständig in Alarmbereitschaft sein, immer die Zukunft möglichst vorausdenken, Gefahren wittern. Und wenn Gefahr im Verzug ist, so unbemerkt wie möglich eingreifen.

Ich: Warum eigentlich unbemerkt? Warum kannst du nicht offen sagen, wenn dir was nicht passt?

Saboteur: Würdest du mir zuhören? Wenn ihr Menschen euch in eine Idee verrannt habt, dann kann nichts und niemand euch davon abbringen. Das ist genau so wie jemanden eine Hochzeit auszureden: lieber läuft derjenige wild entschlossen in sein Unglück, als sich seine Illusion eines glücklichen Lebens zerstören zu lassen.

Ich: Das klingt so als wüsstest du es besser?

Saboteur: Tu ich doch meistens

Ich: Tatsächlich?

Saboteur (rudert etwas zurück): Naja, also nicht immer. Aber ganz oft. Das kriegst du nur nicht mit. Du denkst dir dann manchmal „was hatte ich für ein Glück, dass dies oder das nicht geklappt hat“ und kommst überhaupt nicht auf die Idee, dass ich dafür gesorgt habe, dass es so gekommen ist. Und wenn ich mich erwischen lasse, dann ernte ich nur Anfeindungen. (seufzt theatralisch)

Ich: Wenn der Job so undankbar ist, warum machst du ihn dann? Würdest du dir nicht lieber einen anderen, mehr respektierten Job wünschen?

Saboteur: Aber irgendjemand muss dich doch vor Dummheiten bewahren!

Ich: Und wenn ich dir einen Posten als Berater gebe und dich vor wichtigen Entscheidungen um Rat frage? Ein bisschen tun wir das ja schon. Zumindest wenn ich herausfinde, dass du mal wieder am Werk bist, dann versuche ich ja durchaus, in Kontakt mit dir zu kommen.

Saboteur (überlegt lange): Hmmm… das klingt gar nicht mal so schlecht. Ich könnte meine Weisheit weitergeben. Und müsste nicht immer im Verborgenen agieren. Aber ich bin noch skeptisch, ob du meine Sichtweise wirklich ernst nimmst

Ich (lache): dann lass uns das doch einfach mal probieren oder?

Saboteur: Naja, einen Versuch wär es zumindest mal wert

Ich: Dann hat sich also daraus doch etwas richtig Gutes entwickelt. Und unsere Leser haben auch mal deine Sichtweise kennengelernt, denn auch sie können ja oft nicht verstehen, warum ihr Saboteur ihnen das Leben schwer macht. Vielleicht können sie sich dadurch ja auch ein paar Anregungen im Umgang mit ihrem Saboteur holen. Vielen Dank für das Interview, lieber Saboteur!

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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