„Weißt du, Michaela“, erzählte mir meine Klientin im Coaching, „mit deiner Hilfe habe ich erkannt, dass mein Selbstwert nicht vom Beruf abhängig ist. Ich habe gelernt, dass ich auch in der Corona-Zeit, wo alles jobmäßig unsicher ist, mich nicht davon abhängig machen muss. Ich gehe nun viel leichter und zuversichtlicher mit dieser Situation um und weiß, dass ich auch unabhängig von meiner beruflichen Situation glücklich sein kann. Und jetzt, wo ich das gelernt habe, jetzt habe ich den Fokus darauf, eine glückliche Beziehung zu führen und einen Mann fürs Leben zu finden.“

Ich lasse meine Gedanken schweifen, ein Bild taucht in mir auf, das ich auch gleich mit meiner Klientin teile. Es ist das Bild einer Zwiebel.

Die erste Schale – berufliche Unsicherheit und Versagensängste – haben wir bereits entfernt, meine Klientin ist innerlich stärker geworden. Nun kommt die nächste Schale – die Beziehung – dran. Mit jeder Schale, die fällt, wird meine Klientin sich tiefer verstehen, unabhängiger werden, bis irgendwann die letzte Schale erreicht ist.

Ich teile dieses Bild mit meiner Klientin, doch noch während ich erzähle, merke ich, dass mir zwei Dinge an dieser Metapher nicht gefallen.

Wenn wir eine Zwiebel schälen, fließen Tränen. Ist es das, was nötig ist, um zu uns selbst zu finden? Und: was bleibt eigentlich übrig, wenn die letzte Schale fällt?

Auch meiner Klientin geht es ähnlich. Plötzlich lächelt sie: „Ich esse wirklich gern Artischocken“, beginnt sie strahlend. „Auch diese muss man Schale für Schale freilegen. Und wenn ich die letzte Schale entfernt habe …“

Ich weiß genau was nun kommt. Wir lächeln uns beide an: „Wenn die letzte Schale entfernt ist, dann bleibt das Herz übrig.“

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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