„Papa, gehen wir morgen Fußballspielen?“

Der Vater, der seinen Sohn gerade zum Bett bringt, seufzt tief. „Nein, mein Großer“, entgegnet er. „Das geht leider nicht. Morgen muss ich arbeiten.“

„Aber du arbeitest du die ganze Zeit. Warum kannst du nicht einfach weniger arbeiten?“

„Weißt du, wenn ich jetzt viel arbeite, dann werde ich befördert.“  – „Und dann?“

„Dann verdiene ich mehr Geld.“

„Hast du dann mehr Zeit zum Fußballspielen?“ – „Naja, dann muss ich eigentlich auch noch ganz viel arbeiten. Schließlich habe ich dann mehr Verantwortung. Aber wir haben dann mehr Geld und können und mehr leisten.“

„Warum ist es denn so wichtig, mehr Geld zu haben?“ Der Kleine wird zusehends müder und die Augen fallen ihm zu. Aber das möchte er doch noch wissen.

Der Vater denkt nach. „Wenn wir mehr Geld haben, können wir uns ganz viel kaufen. Alles was wir haben wollen, um glücklich zu sein.“

„Weißt du was?“, der Junge reißt die Augen noch einmal ganz weit auf. „Ich weiß, was glücklich macht: Fußballspielen!“

 

Sein Sohn ist längst schon eingeschlafen, aber der Vater sitzt noch am Bettrand und streicht dem Kleinen nachdenklich durchs Haar. Er überlegt. Geht es ihm wirklich darum, möglichst viel Geld zu verdienen? Geht es vielleicht um etwas ganz anderes in seinem Leben? Warum hat er diesen Weg gewählt? Was erhofft er sich wirklich davon?

Leise steht er auf. An der Tür bleibt er kurz noch einmal stehen und schaut auf das schlafende Kind. „Danke“ flüstert er leise, „du hast mir da ein paar wirklich wirklich gute Fragen gestellt.“

 

 

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

Bestellen Sie hier meinen wöchentlichen Newsletter