Meine früheste Erinnerung die ich habe ist die, wie ich zum allerersten Mal über den Wohnzimmertisch schauen konnte. Unser Tisch ist wirklich niedrig, ich muss also noch sehr klein gewesen sein. Ich kann mich nicht an einen speziellen Gedanken erinnern – dazu war ich vermutlich noch zu jung – aber sehr gut an das Gefühl: eine triumphierende Begeisterung.

Wie groß ich mich damals gefühlt haben muss!

Im Gedächtnis ist mir auch geblieben, dass meine Mutter Striche an Wand oder Türrahmen zeichnete, um zu messen, wie sehr ich wieder gewachsen bin. Mit Zahlen hätte ich damals wohl noch nicht viel anfangen können, aber ich verstand schon damals den Abstand zwischen dem letzten und dem aktuellen Strich und war so stolz, schon wieder gewachsen zu sein.

Aber es ging nicht nur um die Größe. Ich kann mich auch an den innerlichen Jubel erinnern, wenn ich eine Aufgabe bewältigt hatte: Im Kochtopf rühren, den Tisch decken (ja, damals habe ich das noch gern gemacht ;-)), das Telefon abzuheben, wenn es klingelte. Sicher gab es auch zerbrochenes Geschirr oder andere Pannen, aber ich erinnere mich vor allem an die Erfolge und meine Begeisterung, wenn ich wieder etwas geschafft habe.

Juhu, ich wachse!

Vielleicht können Sie sich auch noch an solche Wachstumserfolge erinnern. Mittlerweile sind wir beide er-wachsen. Aber wer sagt denn, dass Wachstum nach der Pubertät aufhören muss?

Ich zumindest wachse immer noch. Nicht mehr in der Höhe, aber in meinem Kopf. 

So viele Dinge gibt es, die ich vor einigen Jahren noch nicht konnte. So viele Erfahrungen, die ich erst neulich gemacht habe. So viele Herausforderungen, die ich mittlerweile bewältige. 

Wachsen tun wir unser ganzes Leben lang. Wir müssen uns nur dessen bewusst werden. Wieder die damalige Begeisterung verspüren, wenn wir wieder eine schwierige Situation gemeistert haben, und das kindliche Selbstvertrauen anzapfen, mit dem wir jede neue Herausforderung angenommen haben – begierig darauf, das auch zu können.

Mein inneres Wachstum messe ich wieder genauso, wie damals mein äußerliches Wachstum gemessen wurde. Nicht, indem ich mich regelmäßig an den Türrahmen stelle und Strichlein zeichne, sondern indem ich mir kleine Wachstums-Meilensteine aufschreibe. Meine erste Rechnung. Meine erste Umsatzsteuererklärung, mein erstes Interview, mein erster Autorenvertrag sind nur einige davon. Es gibt so viele mehr.

Vielleicht haben auch Sie Lust darauf, mal wieder Ihr Wachstum zu messen. Sie werden überrascht werden, wie groß Sie schon geworden sind.

Dabei wünsche ich Ihnen ganz viel Freude!

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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