Zum ersten Mal betrat Adrian ein Fitnessstudio. Endlich war der Teenie alt genug, um zu trainieren. Schon lange war es sein Ziel, groß und stark zu werden. Begeistert sah er sich um. Die vielen Geräte, an denen andere Menschen trainierten, sagen groß und kompliziert aus. Sie sagten ihm nichts. Außerdem wollte er ja Gewichte stemmen, das sah einfach cool aus!

Adrian ging dorthin, wo die Hanteln bereit lagen. Die kleinen Hanteln sahen aus wie Spielzeug! Voller Verachtung ließ er sie links liegen und steuerte direkt auf die größte Hantel zu, legte beide Hände daran und zog.

“Was machst du da?”, entsetzt lief ein Angestellter des Studios auf Adrian zu. “Die ist doch viel zu groß für dich! Du wirst dich verletzen.”

“Aber ich WILL die große Hantel stemmen.” – “Fang mit den kleineren Hanteln an.”, empfahl der Trainer.

Adrian spürte eine Mischung aus Trotz und Enttäuschung in sich hochkriechen. “Die kleinen Hanteln sind was für Babies! Ich will die großen stemmen… Aber vielleicht ist es noch nicht der richtige Zeitpunkt. Am besten, ich warte noch ein bisschen, bis ich stärker geworden bin.”

Der Fitnesstrainer war klug, daher sagt er nichts, sondern ließ Adrian gewähren. Er beobachtete, wie der Junge nun mehrmals die Woche im Fitnessstudio vorbei schaute und immer wieder an der großen Hantel seine Kraft testete – und immer wieder daran scheiterte. Irgendwann ließ sich der Junge resigniert auf die Hantel sinken

“Ich bin einfach zu schwach”, murmelte er traurig.

Der Trainer hatte dies mitbekommen und ging auf den Jungen zu 

“Vertrau mir” ,begann er. “Es bringt nichts, zu warten und zu hoffen, dass du von allein stärker wirst. Du musst mit den kleinen Gewichten beginnen und dran bleiben. Schon bald wirst du merken, dass die kleineren Hanteln kein Problem mehr für dich darstellen. Dann gehst du zum nächsthöheren Gewicht über. Und irgendwann bist du dann bei der ganz großen Hantel. Es dauert seine Zeit, aber es ist machbar. 

Aktuell bist du tatsächlich noch zu schwach, aber durch das Training wird es besser.”

“Aber das dauert so lang, ich weiß nicht, ob mir das nicht zu dröge ist”,  entgegnete Adrian.

“Das Trainieren kann dir keiner abnehmen. Das musst du selbst tun. Aber es wird leichter, wenn du deine Fortschritte erkennst. Wenn du möchtest, erarbeiten wir gemeinsam einen Trainingsplan.”

Das Gesicht des Jungen hellte sich auf. “Ok, so machen wir es! Und wenn ich dann das erste Mal die schwere Hantel tatsächlich gestemmt habe, dann wird gefeiert!”

 

Warum ich heute von Muskeltraining schreibe? – Weil es mit Persönlichkeitsveränderungen fast genauso ist, wie beim Muskelaufbau. Es braucht Zeit und manchmal sind die Aufgaben, die wir uns vorgenommen haben, noch zu groß für uns. Das bedeutet nicht, dass wir unfähig sind, um glücklich oder erfolgreich zu werden,  sondern wir müssen erst einmal mit kleinen Schritten anfangen.

Also geben Sie nicht auf, sondern üben fleißig, Ihren Mutmuskel oder Ihren Glücksmuskel oder auch Ihren Planungsmuskel zu trainieren. Erst einmal mit den ganz kleinen, leichten Aufgaben. Und dann mit den etwas größeren. Mit der Zeit werden Sie immer besser, und Sie erkennen immer mehr, wie gut Sie tatsächlich sein können.

Also, welche Selbstcoaching-Aufgabe könnte einer 1-kg-Hantel entsprechen? Fangen Sie damit an.

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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