Viel Geld hatte Theo dafür bezahlt, den gefragten Ratgeber persönlich zu sprechen. Jetzt war es soweit. Er saß dem Mann gegenüber, der ihn aufmerksam anblickte.

“Meister”, begann Theo, “ich habe ein Problem und weiß nicht, wie ich anfangen soll.”

“Dann tu es einfach”, sagte der Meister.

“Aber”, Theo fühlte sich nicht richtig verstanden. “Ich weiß nicht, wie.”

“Wenn du anfängst, es zu tun, dann lernst du, wie es geht.”

“Aber ich muss es doch vorher schon wissen”, beharrte Theo.

“Warum?”

Diese naive Frage brachte Theo aus dem Konzept. “Na, das ist doch klar, weil ich ansonsten Fehler mache.”

“Alle machen Fehler”, sagte der Meister vergnügt. “Die einzigen, die keine Fehler machen, sind die, die gar nicht anfangen. Und das ist der größte Fehler von allen.”

“Aber…“ Theo hatte sich diese Lektion so ganz anders vorgestellt. “Aber Sie meinen, ich soll einfach tun?”

“Ja.”, lächelte der Meister. “Ich kann dir aus meiner eigenen Erfahrung berichten: es ist das Anfangen, das die Wege klärt, das dir das richtige Gefühl gibt und das dir die Angst nimmt.

Wenn du stattdessen einfach aufschiebst, so verstärkst du deine Unsicherheit. So, wie einen Schneeball, den du vor dir her rollst, immer größer und schwerer wird, so wird auch deine Aufgabe immer schwerer, je länger du wartest. Weil die Angst dann Zeit hat, dich ganz in ihren Besitz zu nehmen. Also: Fang einfach an. Den Weg kannst du dann immer noch korrigieren, wenn du losgelaufen bist und unterwegs neue Erkenntnisse gewinnst.”

Mit diesen Worten klatschte der Meister in die Hände. Die Sitzung war beendet.

Sie war so ganz anders verlaufen, als Theo sich das vorgestellt hat. Und doch wusste er, tief in seinem Inneren, dass das genau der Impuls gewesen war, den er gebraucht hatte.

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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