“Aus deinen Worten springt mich richtig die Sehnsucht an.” Der Satz, den eine Kollegin kürzlich gesagt hat, klingt in meinem Kopf noch nach, wird zu einem Bild.

Ich sehe vor mir einen Fluss, der mit einer bestimmte Strömung fließt: Der Fluss ist das Leben an sich. Die Strömung ist die Sehnsucht, die in uns wirkt und uns in eine bestimmte Richtung treiben möchte. Nun können wir diese Strömung ignorieren oder dagegen ankämpfen, aber wenn wir sie außer Acht lässt, kommen wir nur langsam und mit Mühe voran. Immer wieder müssen wir gegen unser eigenes Sehnen anpaddeln, immer wieder fehlt die Energie, wenn wir entgegen unseren Bedürfnissen leben.

Ich darf es mir leichter machen und mich mit der Strömung meiner Sehnsucht treiben lassen, sie führt mich vielleicht an Orte, die ich gar nicht geplant hatte, aber sie führt mich dorthin, wo es gut ist. Ich muss dann nicht kämpfen. Aber ich muss aufpassen, dass ich nicht an bestimmten Klippen der Selbstzweifel hängen bleibe. 

Nun sehe ich auch die Klippen ganz klar vor mir. Sie sind zackig, gefährlich. Auf ihnen stehen Sätze wie beispielsweise „zu einem erfolgreichen Business gehört das aber dazu“, „Das wird aber so erwartet“, „Das kannst du so nicht machen“ oder „Was sollen die anderen denken“?

Wenn ich es schaffe, diese Klippen zu identifizieren und weiträumig zu umschiffen, dann kann ich die Fahrt einfach genießen und mich vom Leben und meiner Sehnsucht treiben lassen. 

Manchmal, wenn der Fluss breit ist und es wenig Hindernisse gibt, ist die Strömung nur ganz schwach. Dann kann ich manchmal gar nicht spüren, wo mich die Sehnsucht hinzieht. Ich dümpele vor mich hin. Manchmal gibt es Wirbel, die mich vielleicht erstmal in eine ganz andere Richtung ziehen. Und manchmal, v.a. bei Hindernissen und Engstellen, kann es sein, dass die Sehnsucht ganz stark wird, aber auch gefährlich, weil auf beiden Seiten Selbstzweifel-Klippen ragen und ich mich nicht einfach nur treiben lassen kann, sondern aktiv lenken muss.

Mir gefällt dieses Bild sehr gut. Ich werde von nun an mehr darauf achten, wo mich mein Herz hinzieht. Werde versuchen, nicht gegen mein inneres Fließen anzukämpfen. Sondern mich treiben lassen, immer der Sehnsucht nach.

Und Sie?

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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