Als ich ein Kind war, hatten wir eine Nachbarin, die im gleichen Haus unter uns wohnte. Sie ist mittlerweile schon lange tot, aber ich denke oft noch an sie. Denn ihre Art hat mich immer beeindruckt. Ich habe sie nie ärgerlich erlebt. Nie hat sie sich am Kinderlärm gestört, sondern uns Kindern immer das Gefühl gegeben, dass sie sich an unserer Lebendigkeit erfreut. Egal, welche Erinnerungen ich an sie habe, ich sehe sie immer lächeln. Und das, obwohl sie viele Schicksalsschläge überwinden musste.

Frau R. ist für mich jemand, den ich als echtes Vorbild sehe. Und wenn ich mich frage, wie ich einmal mit 80 Jahren sein möchte, so sehe ich dieses Bild vor mir: mich selbst in einem gemütlichen Sessel oder Schaukelstuhl sitzend, nach draußen schauend und lächelnd. Gelassen und gütig, genau so wie meine ehemalige Nachbarin.

Dieses innere Bild von mir als alte (und weise) Frau wirkt sich auch schon jetzt aus. Denn immer wieder frage ich mich “Wenn ich später gelassen sein möchte, kann ich nicht jetzt schon so reagieren? Muss ich mich wirklich darüber aufregen oder kann ich nicht einfach darüber lächeln und das Positive daran sehen? Und wenn ich später doch ein gütiger Mensch sein möchte, kann ich nicht jetzt schon damit anfangen”

Frau R. lebt nicht mehr. In meinem Herzen aber lebt sie weiter, und inspiriert mich, zu einem Menschen zu werden, der ich einmal sein möchte.

Gibt es auch in Ihrem Leben solche Vorbilder? Wie haben diese Ihr Leben beeinflusst?

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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