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Was für ein schöner Tag! Keine Termine heute. Ich kann so vieles erledigen. Was sollte ich eigentlich tun? – Ich beginne zu überlegen. Naja, ich sollte zumindest mal ein bisschen was im Haushalt tun. Und dann muss ich noch … 

Weiter komme ich nicht mit meinen Überlegungen, denn mein Saboteur steht schon auf der Bremse. Es ist das Wörtchen “muss”, das ihn aktiviert hat. Und von da an habe ich schon gar keine Lust mehr auf das, was ich tun sollte (oder auch muss).

Irgendwann wurde es mir zu blöd, mir selbst meine freien Tage der unbegrenzten Möglichkeiten so zu vermasseln. Also habe ich beschlossen: ich mache eine Diät. Ich verzichte auf alles Müssen und mache nur, was mir Spaß macht. Wenn mir etwas keinen Spaß macht, dann lasse ich es.

Gesagt, getan. Es war sehr spannend, mich selbst dabei zu beobachten. Den ersten Tag habe ich mich im Nichtstun gesonnt. Aber dann am zweiten kam ein kleines mahnendes Stimmchen in meinem Kopf “Aber der Haushalt…. die Abrechnung … die E-Mail, die es zu beantworten gibt.” Meine Antwort darauf  war immer gleich: “Schadet nichts, wenn das noch ein bisschen wartet. Ich will es erst tun, wenn ich es nicht mehr als müssen empfinde, sondern ganz freiwillig tue”

Und irgendwann wurde unter dem unbequemen “Muss” plötzlich ein “Will” sichtbar. Ich spürte förmlich, wie ich auf einmal Lust auf das Aufräumen bekam. Einfach, weil mich der Staub genervt hat und ich mich in einer sauberen Wohnung viel wohler fühle. Plötzlich wollte ich auch die Mail beantworten und den Kontakt halten, ich wusste genau, was ich schreiben wollte. Mein Saboteur hatte den Fuß von der Bremse genommen. Denn schließlich muss ich ja gar nicht, ich mache es ja nur für mich und für niemanden sonst.

Dieses Experiment liegt schon Jahre zurück. Aber es wirkt immer noch nach. Denn immer wenn ich merke, dass ich auf etwas überhaupt keine Lust habe, mache ich mir klar, dass hinter jedem “Muss” ein “Will” steht. Und wenn ich das gefunden habe, geht es plötzlich ganz von allein.

Geht es Ihnen auch so? Dann machen Sie doch auch einmal eine Muss-Diät und ersetzen dieses böse Wort durch ein „Will“. 

Darf’s noch ein bisschen mehr Mut sein?

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