Hochstapler-Syndrom, was ist das eigentlich? Und was solltest du darüber wissen? 

Was ist wirklich wichtig? 

Ich gelte ja mittlerweile als Expertin fürs Hochstapler-Syndrom und werde immer wieder von Journalisten dazu interviewt. 

Das sind die häufigsten Fragen, die mir gestellt werden:


Fragen zur Definition


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Was ist das Hochstapler-Syndrom eigentlich?

Vom Hochstapler-Syndrom spricht man, wenn jemand trotz starker Leistungen und vieler Erfolge immer noch glaubt, dass er oder sie nicht gut genug ist.

Die Betroffenen denken, dass die Erfolge nur Zufall waren.

Je mehr Anerkennung sie erhalten, desto stärker werden der Erfolgsdruck und die Angst, andere zu enttäuschen.

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Warum heißt das Ganze Hochstapler-Syndrom?
Handelt es sich da nicht eher um Tiefstapler?

Weil die Betroffenen sich wie Hochstapler fühlen.

Sie glauben, die Erfolge und Anerkennungen nicht verdient zu haben, da sie ihre eigene Leistung längst nicht so gut bewerten wie alle anderen.

So wie Oscar-Preisträgerin Jodie Foster, die nicht glauben konnte, dass der Oscar wirklich für sie bestimmt war. Sie befürchtete einen Irrtum und dass bald jemand kommen würde, um ihr die Trophäe wieder wegzunehmen.

Bist du auch vom Hochstapler-Syndrom betroffen? Hier findest du einen Selbsttest.

Zum Selbsttest einfach aufs Bild klicken

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Die meisten Menschen haben doch hin und wieder mal Selbstzweifel. Was ist also der Unterschied?

Ja, es ist normal, zunächst einmal Selbstzweifel zu haben. Vor allem dann, wenn du eine neue Herausforderung beginnst und noch nicht viel Erfahrung hast.
Beispielsweise ein neues Studium oder einen neuen Job, aber auch eine neue Beziehung können starke Verunsicherungen hervorrufen. Du musst ja erst neue Erfahrungen machen und lernen, dass du gut bist.

 

Bei “normalen” Selbstzweifel werden diese aber im Lauf der Zeit besser. Du lernst also, dass du der Aufgabe gewachsen bist, dass andere mit dir zufrieden sind und machst daher die Erfahrung “ich kann das”.

 

Anders ist es beim Hochstapler-Syndrom. Da werden die Selbstzweifel nicht besser, wenn du länger dabei bist und Erfolge erzielst. Vielmehr führen deine Erfolge dann dazu, dass du noch mehr unter Druck gerätst.

 

Kurz zusammengefasst: Wenn du am Anfang einer neuen Aufgabe unsicher bist und dich nicht gut genug fühlst, dann ist das normal.
Wenn du aber nach Jahren immer noch unter dieser Unsicherheit leidest und diese sogar schlimmer werden, so bist vermutlich auch du vom Hochstapler-Syndrom betroffen. 

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Ist das Impostor-Syndrom eine Krankheit /eine Diagnose?

Nein. Der Name „Hochstapler-Syndrom” ist irreführend, denn eigentlich handelt es sich nicht um ein Syndrom (also eine Ansammlung von Krankheitssymptomen), sondern um ein Phänomen, das ganz häufig vorkommt. Aber der Name Hochstapler-Syndrom ist mittlerweile so geläufig, dass er sich eingebürgert hat.

Auch wenn es keine Krankheit im eigentlichen Sinn ist und auch nicht im ICD (dem Diagnosekatalog für Krankheiten) steht, so kann das Hochstapler-Syndrom dennoch zu einer Menge Leid führen  – darüber erzähle ich weiter unten noch.

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Ist es schlecht, unter dem Hochstapler-Syndrom zu leiden?

Wie fast alles im Leben hat das Hochstapler-Syndrom Vor-und Nachteile.

Der Vorteil ist, dass die Betroffenen oft sehr gut in ihrem Fach werden, weil sie sehr viel Leistung bringen und sich sehr anstrengen. Das überwiegt aber nicht die etlichen Nachteile, z.B. starke Selbstzweifel, Versagensängste, Erfolgsdruck, manchmal sogar psychische oder körperliche Erkrankungen.

Ich selbst kenne ja auch das Hochstapler-Syndrom. Jetzt, wo ich es im Griff habe, bin ich sehr dankbar, denn ich habe dadurch vieles im Leben erreicht.

Aber der Druck, den ich mir jahrelang selbst gemacht habe, war unnötig und sehr belastend.

 


Fragen zur Häufigkeit

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Ist das Hochstapler-Syndrom häufig?

Oh ja! Deutlich häufiger als man vielleicht dachte.

Die Zahlen schwanken zwar je nach Umfrage, aber man geht davon aus, dass 40% unter dem Impostor-Syndrom leiden. In einer anderen Umfrage gaben sogar 70% der Befragten an, zumindest zeitweise die beschriebenen Gedanken und Gefühle zu kennen.

Falls du also auch betroffen sein solltest: du bist nicht allein und du bist nicht verrückt. Das Impostor-Syndrom kennen ganz viele.

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Ist es also normal, darunter zu leiden?

Man könnte ganz pragmatisch sagen: wenn mehr als die Hälfte solche Gedanken kennt, so ist das normal.

Ich sehe das allerdings nicht unter dem Aspekt der Häufigkeit sondern der Auswirkungen. Und da das Hochstapler-Syndrom so viel Einschränkung und Belastung verursacht, sollte man nicht einfach sagen “Ist normal”, sondern etwas dagegen tun.

Was man dagegen tun kann, das berichte ich nachher noch.

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 Trifft es öfter Frauen?

Früher dachte man das tatsächlich, denn die beiden Forscherinnen Pauline Clance und Suzanne Imes, die das “Impostor Phenomenon” als erstes beschrieben und den Begriff geprägt haben, hatten dieses Phänomen zunächst nur bei Frauen beobachtet. 

Je bekannter aber das Phänomen wurde, desto klarer wurde es, dass Männer ebenso darunter leiden. Sie sprechen aber noch seltener darüber als Frauen.

In meinem Coaching befinden sich sehr viele Männer, die mich wegen des Hochstapler-Syndroms um Hilfe bitten, daher kann ich auch aus eigener Erfahrung berichten, dass beide Geschlechter gleichermaßen betroffen sind.

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Gibt es das Impostor-Syndrom in allen „Schweregraden“?

Ja, es gibt Abstufungen. Manche haben nur leichte Versagensängste, die sie aber nicht daran hindern, Karriere zu machen und bis zur Rente durchzuhalten. 

Bei anderen sind Selbstzweifel und Erfolgsdruck dagegen so ausgeprägt, dass sie krank werden oder ihre Arbeitsstelle kündigen müssen, weil sie es nicht aushalten, den Chef oder die Kollegen möglicherweise zu enttäuschen. 
Hier ist also auf jeden Fall Handlungsbedarf.

 


Fragen zu den Folgen

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Welche negativen Folgen hat das Hochstapler-Syndrom  beruflich?

Beruflich hat das Impostor-Syndrom oft zur Folge, dass die Betroffenen unter ihren Möglichkeiten bleiben. Sie können durchaus befördert werden, denn sie sind ja sehr gut.

Aber ich habe es schon sehr oft erlebt, dass der Druck dann so groß wurde, dass sie gekündigt haben oder die Beförderung gleich zu Beginn ausgeschlagen haben. 

Ich kenne einige Betroffene, die nie länger als 2-3 Jahre in einem Job bleiben können, danach sind die Erwartungen der Umgebung so groß, dass sie das nicht mehr aushalten. Auch eine komplette Arbeitsunfähigkeit kann die Folge sein. 

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Und persönlich? Wie wirkt sich das Impostor-Syndrom da aus?

Persönlich hat das Syndrom Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, die körperliche Gesundheit und auf Beziehungen.

Die Betroffenen stehen ständig unter Strom, können nicht mehr entspannen. Es kann sich eine Angststörung, eine Depression oder ein Burnout entwickeln.

Körperlich leiden sie häufig unter Schlafstörungen, auch hoher Blutdruck oder Kopfschmerzen, Knirschen, Magenschmerzen und Verspannungen können auftreten.

Die Beziehung leidet natürlich ebenfalls unter dem Druck. Die Betroffenen sind oft so sehr mit ihrer Arbeit beschäftigt, dass sie wenig Zeit finden für Freundschaften oder für die Partnerschaft. Auch wenn ein Partner Verständnis haben kann für die Ängste des Betroffenen, so ist die Partnerschaft doch oft belastet.

 

Alles in allem kein schöner Ausblick. Deshalb sollten wir auch etwas dagegen tun. Weiter unten verrate ich dir, was du unternehmen kannst, wenn auch du unter dem Hochstapler-Syndrom leidest. 

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Wird das Verhalten den Betroffenen manchmal als falsche Bescheidenheit oder Koketterie ausgelegt?

Oh ja, das kann passieren. Denn für die anderen ist es völlig unverständlich, dass ein Betroffener, der doch offensichtlich brillant ist, immer noch Angst vor Prüfungen hat oder den eigenen Erfolg schlecht redet.

Wer das Hochstapler-Syndrom nicht kennt, kann sich das einfach nicht vorstellen und sucht andere Erklärungen. 

Wenn zum Beispiel eine brillante Schülerin vor jeder Prüfung Angst hat und allen Klassenkameraden erzählt, dass sie bestimmt nur eine Vier schreiben wird, und dann doch wieder eine Eins bekommt, so kann das die Mitschüler irritieren und verärgern. Sie verstehen nicht, dass die Versagensängste der Einserschülerin real sind wenn auch nicht gerade realistisch.


Fragen zur Ursache

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 Warum können die Betroffenen ihre Leistung und ihre Erfolge nicht anerkennen?

Weil sie oft eine verzerrte Wahrnehmung haben und auch ein verzerrtes Denkmuster.

Sie sind davon überzeugt, nicht kompetent zu sein. Denn sie denken, dass man für wahre Kompetenz mehr wissen sollte, keine Fehler machen darf oder auch dass die Erfolge einem einfach  nur so zufliegen sollten.

Manche dieser falschen Überzeugungen sind so häufig, dass Forscher daraus bestimmte Impostor-Typen entwickelt haben. Diese findest du in einem anderen Artikel.

Wenn die Betroffenen also beispielsweise davon ausgehen, wirklich kompetent ist nur jemand, der alles weiß, so wird er niemals in seinen Augen kompetent sein. Schließlich gibt es immer etwas, was man nicht weiß. Wenn die anderen ihn also als Experten ansehen hat er das Gefühl, dass dies nicht stimmt. Er fühlt sich unwohl und als Hochstapler.

Außerdem können die Betroffenen oft nicht aus Erfolgen lernen, weil sie diese nicht durch besondere Leistung (und speziell durch IHRE besondere Leistung) erklären. Stattdessen denken sie, sie hatten nur Glück. Oder sie denken, dass derjenige, der ihnen ein Kompliment gemacht hat, einfach nur nett sein wollte, und die eigene Leistung in Wirklichkeit gar nicht so gut war.

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Liegt der Grund für das Hochstapler-Syndrom immer in der Kindheit?

Nein, nicht immer, aber doch sehr häufig. Als Kind wissen wir noch nicht, wie die Welt funktioniert, wer wir sind und ob das, was wir leisten, gut genug ist. Wir sind da noch sehr beeinflussbar und werden davon geprägt, wie unsere direkten Bezugspersonen (meist die Eltern) mit uns umgehen.

Da kann es schnell dazu kommen, dass wir ein falsches Selbstbild entwickeln oder eine völlig verzerrte Vorstellung davon, wann man kompetent ist und was man dafür leisten muss.

Hat ein Kind dann gelernt, dass es nur dann gut genug ist, wenn es keinen Fehler macht, so ist es kein Wunder, dass es selbst als Erwachsener noch glaubt, nicht gut zu sein. Denn Fehler macht halt nun mal jeder.

Wir werden also als Kind am stärksten geprägt. Dennoch kann sich das Hochstapler-Syndrom auch erst im Erwachsenenalter entwickeln.

Der Auslöser ist dann oft ein sehr belastendes Ereignis. Beispielsweise kann massives Mobbing oder Bossing dazu führen, dass jemand, der ursprünglich viel Selbstvertrauen hatte, plötzlich an sich und seinen Fähigkeiten zu zweifeln beginnt.

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Wie kommt man denn ran an die verzerrten Überzeugungen, die schon ganz früh entstanden sind?

 Das Wichtigste ist, überhaupt erst einmal den Gedanken zuzulassen, dass deine Überzeugung falsch sein könnte.

Oft ist es ja so, dass du eher an der Wahrnehmung (oder der Ehrlichkeit) der anderen zweifeln als an deiner eigenen Interpretation. Meist ist dies aber falsch, denn wir alle können uns nicht objektiv betrachten. Unsere Sicht auf uns selbst ist immer verzerrt. 

Daher frage dich immer wieder “Kann es nicht auch sein, dass die anderen Recht haben? Dass ich wirklich besser bin als ich mich fühle?” oder auch “Kann es sein, dass das, was ich bisher über Erfolg und Leistung gelernt habe, einfach falsch ist?”

Ein Trick, den ich immer gern anwende, um herauszufinden, ob meine Wahrnehmung evtl. verzerrt ist: Ich frage mich “Würde ich das bei einem anderen genau so einschätzen? Würde ich dessen Leistung oder dessen Fehler ähnlich beurteilen?“

Wenn du da einen Unterschied feststellst, kannst du sehr sicher sein, dass du mit dir wieder mal strenger warst als sinnvoll und realistisch ist.

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Warum verstärken die sozialen Medien das Problem?

Weil in den sozialen Medien vor allem die positiven Erlebnisse geteilt werden.

Man postet viel lieber ein Bild von der neuen, blitzeblanken Küche als vom unaufgeräumten Dachboden. Die User sehen also ständig tolle Figuren (die meist mit Photoshop überarbeitet wurden), teure Urlaube, romantische Candle-Light-Dinner, berufliche Erfolge- Im Vergleich dazu ist ihr Leben banal und langweilig und sie fühlen sich gegenüber den anderen minderwertig. Übrigens selbst dann, wenn sie genau wissen, dass die sozialen Medien nur eine Schein-Welt ist.

Auch wenn wir bestimmte Bilder hochladen und teilen, ist uns durchaus bewusst, dass auch wir die Bilder auswählen, die ein positives Bild abgeben. Was dann das Gefühl, ein Fake zu sein, auch wieder verstärken kann. 

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 Gibt es typische Impostor-Persönlichkeiten?

Man hat in Studien herausgefunden, dass Menschen mit Hochstapler-Syndrom oft bestimmte Eigenschaften aufweisen.

So sind introvertierte Menschen häufiger betroffen als extrovertierte. Des weiteren sind auch ein geringerer Selbstwert und eine Neigung zum Perfektionismus Risikofaktoren für die Entstehung eines Impostor-Syndroms.

Wenn dazu dann auch noch ein sogenannter Neurotizismus kommt (das ist, wenn wir das, was wir erleben negativ verarbeiten und immer wieder auf uns selbst beziehen), dann ist das ebenfalls eine Eintrittskarte hinein ins Impostor-Labyrinth.

Natürlich heißt das nicht, dass jeder, der diese Eigenschaften hat, nun befürchten muss, demnächst am Hochstapler-Syndrom zu leiden. Oder umgekehrt, dass Menschen ohne diese Eigenschaften immun sind gegen Hochstapler-Gefühle. Die von mir genannten Faktoren begünstigen nur die Entstehung, es ist aber keine unbedingte Voraussetzung.

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Warum sind Introvertierte öfter vom Hochstapler-Syndrom betroffen?

Weil diese seltener mit anderen über ihre Probleme und ihre Sichtweise sprechen. Wenn sie aber alles mit sich selbst ausmachen, können sie gar nicht erfahren, wie andere sie sehen.

Sie haben also weniger Chance, ihr verzerrtes Selbstbild zu überprüfen und zu verändern als Extravertierte, die mehr mit anderen darüber sprechen, was in ihrem Kopf vorgeht.


Fragen zur Abhilfe

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Was kann ich tun, wenn ich merke, dass ich Tendenz zum Hochstapler-Syndrom aufweise?

Das erste: Darüber reden. Am besten mit Personen, denen du vertraust und die offen dir gegenüber sind.

Denn dadurch hast du die Chance, deine Selbstsicht mit der Sicht anzugleichen, die andere von dir haben. Wenn du merkst, dass beide sich ganz schön voneinander unterscheiden, so lass dir von mir aus eigener Erfahrung gesagt sein: es ist deine Selbstsicht, die nicht stimmt.

Außerdem kannst du für dich selbst erst einmal arbeiten, in den weniger starken Ausprägungen reicht dies völlig.

  • Konzentriere dich mehr auf deine Erfolge und Leistungen als auf deine Fehler.
  • Führe Erfolgstagebuch.
  • Hol dir Feedback von anderen.
  • Ändere dein negatives Denken und lerne, dich nicht mehr nur von deinen Angstgefühlen steuern zu lassen.

Hier auf meiner Website findest du sehr viel Input dazu und außerdem kann ich dir mein Buch “Und morgen fliege ich auf” dazu wärmstens empfehlen.

Wenn du merkst, dass ein Selbstcoaching nicht ausreichend ist, so hol dir Unterstützung. Diese findest du bei mir (im Einzelcoaching oder in meinem Impostor-Kompaktkurs), aber auch oft bei Psychotherapeuten. Du kannst dort lernen, tiefersitzende Glaubenssätze aufzulösen, deine Gefühle in den Griff zu bekommen und neue Erfahrungen zu machen.

Auf jeden Fall: Impostor-Syndrom muss nicht lebenslänglich bedeuten. Es gibt Wege, um es hinter dir zu lassen!

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 Wann sollten sich Betroffene professionelle Hilfe suchen?

Spätestens dann, wenn die Lebensqualität deutlich sinkt.

Ein gewisses Maß an Selbstzweifeln haben die meisten Menschen. Das ist auch nicht schlecht, denn es hilft uns, uns immer wieder zu hinterfragen und uns weiter zu entwickeln.

Zeit für professionelle Hilfe ist es aber dann wenn

  • du psychisch belastet bist
  • du körperliche Einschränkung erlebst 
  • du deinen Alltag nicht mehr so gut meistern können, weil die Selbstzweifel zu viel Raum einnehmen

Dann solltest du nicht länger zögern und dir Unterstützung holen.

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Warum braucht es Geduld, um aus dem Hochstaplersyndrom herauszukommen?

Weil eine Veränderung im Denken und im Verhalten nicht einfach so über Nacht funktioniert. Es braucht Übung.

Ein bisschen ist es so wie beim Erlernen eines neuen Instruments. Da kann ich auch nicht erwarten, nach einer Stunde Klavierunterricht (oder gar nach dem reinen Lesen eines Buchs über Klavierspielen) plötzlich fehlerfrei und fließend spielen zu können.

Genau so ist es auch mit Verhaltensänderungen. Auch unser Gehirn muss dazu eine “Fingerfertigkeit” einüben, damit wir dann in typischen Selbstzweifel-Situationen nicht in alte Denkmuster verfallen, sondern die neue Einstellung und vor allem auch das veränderte Verhalten gleich im Kopf haben und umsetzen können.

Was wir über Jahrzehnte gelernt haben (nämlich die Überzeugung, nicht gut genug zu sein) können wir nicht in wenigen Tagen verlernen.

Aber es reichen dennoch nur wenige Tage bis Wochen, um die grundlegenden Prinzipien und Strategien zu erlernen und zu verstehen. Daher ist beispielsweise mein Impostor-Kompaktkurs auf 6 Wochen ausgelegt. Danach bist du zwar nicht wie durch ein Wunder frei von Hochstapler-Gefühlen, aber du weißt alles, was du brauchst, um in Ruhe für dich die Strategien zu nutzen. 


Fragen zum Umgang mit Betroffenen

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Wie sollen Außenstehende reagieren, wenn sie das Gefühl haben, eine Person leidet unter dem Impostor-Phänomen?

Das kommt ganz darauf an, wie nah man der anderen Person steht.

Bei einem guten Vertrauensverhältnis kann man es direkt ansprechen.

Ist das Verhältnis eher oberflächlich oder herrscht sogar ein Machtgefälle (also Chef und Angestellter) ist es schwieriger, da ein Ansprechen falsch als Kritik aufgefasst werden kann und der andere sich zurückzieht. Da braucht es dann viel Empathie und Fingerspitzengefühl.

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Wie sollte man Personen darauf ansprechen?

Natürlich grundsätzlich wertschätzend und zugewandt.

Es ist gut, dem Betroffenen mitzuteilen, dass die eigene Wahrnehmung eine ganz andere ist und dass solche unterschiedlichen Wahrnehmungen unter anderem beim Hochstapler-Syndrom vorkommen kann und ob derjenige sich in dessen Beschreibung vielleicht wiederfindet.

Dann hat der andere selbst die Möglichkeit, sich zu informieren und zu prüfen, ob er betroffen ist.

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Ist es überhaupt sinnvoll, sich einzumischen?

Das kommt darauf an, wie nah du demjenigen stehst und ob er dich aktiv um Rat fragt.

Wenn du siehst, dass der andere sehr unter seinen Selbstzweifeln leidet, kannst du ihn oder sie durchaus mal darauf ansprechen. Hast du dann das Gefühl, er oder sie verhält sich reserviert, so dringe nicht weiter in ihn vor, mache ihm aber das Angebot, von sich aus auf dich zuzukommen, wenn er darüber sprechen möchte. 

Solange der andere dich aber nicht aktiv um Rat fragt, halte dich eher zurück. Nichts ist abschreckender als ein ungebetener Ratschlag zur falschen Zeit.

Fühlst du dich auch so oft nicht gut genug? 

Ich zeige dir, welche schlechten Angewohnheiten du ablegen solltest, um Selbstvertrauen aufzubauen.
Kostet dich nix, nur deine E-Mail-Adresse.

(für mehr Infos einfach aufs Bild klicken)